2. Woche vom 27.09.2026 - 02.10.2026 , Hannibal, Päpste, Via Flaminia, Sixtinische Kapelle und Vulkane.

Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 um 09:02

Tag 8., Sonntag der 27.09.2026 

Nachdem ruhigen Samstag soll es heute weiter in Richtung Süden gehen.  Ich fahre wechselnd durch die  Regionen Umbrien und Toskana. Unterscheiden sich kaum. 

In San Marino tanke ich, bei 2,11 € / L ist der Diesel ca. 30 Cent billige als in Italien. Und mache bei dieser Gelegenheit auch die neuen Reserve Kanister die jetzt auf dem Fahrzeugdach montiert sind mit voll. Das dauert natürlich alles seine Zeit, die hinter mir wartenden Italiener fanden das wohl nicht so toll. Ist mir egal, Inschallah. 

Ich fahre an endlosen Feldern vorbei an denen etwas angebaut wird, was nicht lange nicht mehr gesehen haben. Die Pflanzen kann man rauchen. Es sind aber nicht die Pflanzen die lustig machen sondern es ist Tabak. Die Ernte beginnt aktuell, nach dem trochnen wird er dann zu Zigaretten verarbeitet. 

Kurz vor meinem Ziel Tuoro habe ich einen schönen Blick auf den Laggio Trasimeno. 

Im Zweiten Punischen Krieg gelang dem karthagischen Feldherrn Hannibal bei der heutigen Gemeinde Tuoro seiner der spektakulärsten Siege der Antike. Es gilt bis heute als der größte erfolgreich durchgeführte militärische Hinterhalt der Geschichte.

Am Morgen des 21. Juni 217 v. Chr. marschierten die Römer ahnungslos in das Tal. Dichter Morgennebel nahm ihnen die Sicht. Hannibal hatte seine Truppen auf den Hügeln versteckt und gab den Befehl zum gleichzeitigen Angriff von allen Seiten. Die Römer wurden völlig unvorbereitet überrascht und konnten sich nicht einmal in Schlachtordnung aufstellen.Die römische Armee wurde in nur drei Stunden vernichtend geschlagen. Rund 15.000 römische Soldaten fielen, darunter auch der Konsul Flaminius. Tausende ertranken auf der Flucht im See. Hannibal verlor nur etwa 1.500 Männer.

Hannibal hatte diese Schlacht gewonnen und das Römische Reich in eine schwere Krise gestürzt aber letzendlich hat der den Krieg verloren. Leider gibt es heute keine "Hinterlassenschaften" mehr von der Schlacht. In dem Ort gibt es ein kleines Museum und einen Rundwanderweg von 17km auf den man die Stätten der Schlacht besuchen kann. Der Ort ist aber sehr schön und man spürt ein wenig den Spirit von Hannibal. Sichtbare Spuren von Hannibal werde ich wohl erst in Kathago finden. Aber dort in Tunesien treffe ich auf einen weiteren Feldherren dessen Spuren keine hundert Jahre alt sind ;). 

Am See gibt es einen Campingplatz auf den ich nicht fahre sondern ich werde auf einen großen Parkplatz direkt am See übernachten. Am Sonntag sind viele Ausflügler unterwergs aber es nicht überlaufen. Und außerhalb der Saison ist das Übernachten auf dem Parkplatz auch erlaubt. 

Das Wetter ist herrlich, es gibt ein wenig Kunst am See zu sehen und ich stitze am Abend lange am See. Bis es mir zu kalt wird. 

Tag 9, Montag der 28.09.2026

Die Nacht war erstaunlich ruhig. Montag, die Arbeiswoche beginnt. Aber nicht für mich. Was für ein Privileg. 

Heute will ich zu den Ausgrabungen von Carsulae an der alten Via Flaminia fahren. Ich lasse mir Zweit mit dem Frühstück, gehe noch Wasser kaufen und fahre langsam weiter Richtung Süden. Und genieße die Landschaft. 

Ich treffe relativ spät in Carsulae ein und stelle fest, dass die Ausgrabungen geschlossen haben. Es ist Montag. Wie immer. Ich übernachte auf dem Parkplatz, der einmal schön angelegt wurde mit Toiletten vielen Informationstafel aber mittlerweile völlig runtergekommen ist. Aber es ist ruhig hier und ich genieße die Aussicht. 

Tag 10, Dienstag der 29.09.2026.

Heute ab 8:30 Uhr haben die Ausgrabungen geöffnet und um 09:00 Uhr bin ich auf dem Gelände. Überlaufen sind die Ausgrabungen nicht. Bis ich gegen Mittag die Ausgrabungen verlasse bin ich der einzige Tourist der hier unterwegs ist 

Via Flaminia: Erbaut 220 v. Chr., verbindet sie auf rund 320 Kilometern die Hauptstadt Rom mit der Adriaküste (Rimini) Sie war eine der bedeutendsten antiken Römerstrassen und wurde vom Zensor (und späteren Konsul) Gaius Flaminius in Auftrag gegeben. Hier in Carsulae ist die Strasse noch gut erhalten und man sogar die Spurrinnen der Wagen erkennen. 

 

Carsulae war mal eine bedeutende antike römische Stadt in Umbrien  der Via Flaminia. Gegründet um 220 v. Chr. war die Stadt ursprünglich eine "Raststätte" an der Via Flaminia. Unter Kaiser Augustus hatte die Stadt ihre Blütezeit, u.a. entstand das Amphitheater. Im 4. Jh. hatte die Stadt ihren Niedergang, die Bewohner verließen die Stadt.,  und nie überbaut – deshalb ist sie heute eine der faszinierendsten archäologischen Ausgrabungsstätten der Region.

Der monumentale San-Damiano-Bogen (das einstige Stadttor), die gut erhaltene Original-Pflasterung der Via Flaminia. Allerdings bestand das Tor früher aus drei Bögen.

 

 

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Ein spannender Ort, idyllisch gelegen und beeindruckende historische Stätten. 

Gegen Mittag fahre ich weiter in das nicht allzu weit entfernte Anagni in die Città dei Papi,die Stadt der Papste. Die Stadt diente im 13. Jahrhundert zeitweise als päpstliche Residenz und war  Geburtsort von vier Päpsten war und Schauplatz eines der spektakulärsten Papst-Attentate der Geschichte. 

Sehenwwert ist die Kathedrale bzw. das Museum. Für das Museum musste ich online Karten reservieren, unverständlich es höchstens ca. fünf weitere Touris vor Ort. 

Den Ort sieht man die alte Macht die er mal hatte an, ist aber heute verschlafen. Die Anfahrt über enge Straßen war eine Herausforderung. 

Von außen wirkt die 1104 erbaute Kathedrale schlicht. 

Im Gegensatz zu innen........

Das schönte  liegt unter der Kirche, die Sixtinische Kapelle der Mittelalters.  Die Krypta wurde im 11. Jahrhundert erbaut und ist auf ihren rund 540 Quadratmetern vollständig mit originalen Fresken aus dem 13. Jahrhundert bedeckt. Leider ist zum Schutz der Fresken die Beleuchtung nicht optimal. 

Darstellungen  aus biblischer Geschichte und mittelalterlicher Wissenschaft, so stand es zumindest an Hinweistafeln. Vermutlich stimmt es. 

Im Museum  die originalen, prunkvoll bestickten Gewänder von Papst Bonifatius VIII. sowie die weltberühmte Thomas-Becket-Schatulle – eine kunstvolle Emaille-Box aus Limoges aus dem 13. Jahrhundert. Und es lagern hier einige der ältesten liturgischen Tücher und Taschen Europas.

Das ist ein altes mit Goldfäden hergestelltes Tuch.....

Sehenswert ist die alte Bibliothek.....

Das wertvollste Buch des Sammlung ist der  Codex Justinianus von 1518. Das Buch ist eine  äußerst seltene und bedeutende Abschrift des antiken römischen Rechtswerks von Kaiser Justinian. Das Gesetzeswerk bildete das Fundament für das gesamte europäische Rechtssystem. 

Spannender Tag heute, eine Zeitreise durch Europäische Geschichte und ich bin ziemlich platt. Vor Ort gibt es einen schönen kostenfreien Wohnmobilstellplatz mit Versorgung uns Entsorgung. Und toller Aussicht. Auf dem Stellplatz lerne ich noch eine Reisende aus München kennen und bekomme einen Tipp für ein paar ruhige Tage. 

 

Tag 11, Mittwoch der 30.09.2026 

 

Heute sollte ursprünglich  meine Reise auf die Arabische Halbinsel starten. Schade das es nicht geklappt hatte. 

Dafür der nächste Höhepunkt: Pompeji. 

Es gibt in der Nähe der Ausgrabungen einen kostenpflichtigen Stellplatz mit einem netten Betreiber. Der ältere Herr saß mit Schlips und Anzug an der Einfahrt. 25 €, inkl. Strom und Duschen (gemischt) ist für so ein Touistenhotspot ein Schnäppchen. 

Ich schaue mir erst das heutige Pompeji an und genieße einen Espresso. 

Pompeji wird täglich von ca. 20 000 Touristen besucht. Karten muss man online buchen. Ab 13 Uhr habe ich ein Zeitfenster. 20 € (Seniorentarif) ist erstaunlich günstig. 

Pompeji mit Blick auf den Vesuv. Der gefählichstre Vulkan Europas. 1944 hat es den letzen Ausbruch gegeben. Die Gefährlichkeit liegt in der dicht besiedelten Umgebung. 

Über Pompeji schreibe ich nur die wichtigsten Fakten.Die antike römische Stadt wurde im Jahr 79 n. Chr. durch den verheerenden Ausbruch des Vulkans Vesuv komplett verschüttet. Eine meterdicke Schicht aus Asche und Bimsstein schloss die Stadt luftdicht ein und konservierte Gebäude, Kunstwerke und Alltagsgegenstände perfekt. Durch das Eingießen von Gips in die Hohlräume der Asche konnten Archäologen die Körperabdrücke der Opfer im Moment ihres Todes sichtbar machen. Heute ist die riesige Ausgrabungsstätte ein UNESCO-Welterbe und die weltweit einzigartige Momentaufnahme einer lebendigen Stadt der Antike.

Ein einmaliges Erlebnis, mit vielen anderen durch eine alte Römische Stadt zu streiten. Ich lasse die Bilder sprechen. 

Pompeji, beeindruckend. 1/3 ist noch nicht ausgegraben. Die Weitläufigkeit der Anlage überfordert aber so schon einen fast. Nach über 3 Stunden verlasse ich die Ausgrabungen und bin froh den Staub abzuduschen und lege mich früh schlafen. 

Tag 12, Donnerstag der 01.10.2026 

Schon Oktober, vom Herbst ist hier nichts zu spüren. Gut so. 

Die letzten Tage war es viel Kultur. Ich brauche jetzt  Ruhe. Den Tipp der Reisebekanntschaft folgend fahre ich an die Amalfiküste nach Sorrent auf einen Campingplatz. Es sind nur 20km, aber die haben es in sich. Mir fällt es schwer sich an die aggressive Fahrweise der Italiener zu gewöhnen. Aber es geht nicht anders. Draufhalten und möglichst spät bremsen, sonst verliert man. 

Aber eine traumhafte Landschaft entlang der Küste. 

Vom Campingplatz hat man eine schöne Sicht auf Sorrent und Capri. 

Den Tag heute genieße ich auf dem Campingplatz und der Umgebung. 

Am Abend probiere ich die neue LED Lichterkette aus. Wenn man sich auf einen Campingplatz nicht ausgrenzen will muss so etwas sein. Und genieße bei einen Glas Primitivo den Abend........es wird mehr als ein Glas. Egal. Meine Leber schafft das. 

Tag 13, Freitag der 02.10.2026 

Freitag der 13. Reisetag ;). Heute steht nicht viel auf dem Programm. Ich bleibe noch bis Montag auf dem Campingplatz und genieße es Zeit zu haben. Die Sonne scheint und ich werde mit dem Shuttle Bus vom Campingplatz nach Sorrent fahren. Die Stadt ist schön, viele Touristen.  Beeindruckend die Steilküste. Zum Baden bzw. für Kinder ist die Stadt vielleicht nicht so ideal. Ob ich mit der Fähre noch zu den Fischern nach Capri fahre muss ich mir noch überlegen. 

Erinnert mich an Bad Hersfeld. Da fehlt bei einer Kirche auch der Kirchturm. Die andere haben uns die Franzosen angezündet und vorher geplündert. 

Am späten Nachmittag bin ich wieder auf dem Campingplatz, genieße mein Cappuccino (den bekommen die Italiener nicht so gut  hin) und lasse ruhig den Tag ausklingen.........und freue mich auf den 3. Oktober,  unseren Nationalfeiertag, Das sollte man hoffentlich noch dürfen. 

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