
Nachdem ich gestern Abend zu den drei Becher Raki eingeladen wurde, konnte ich hervorragend schlafen.
Bevor ich aufbreche gehe ich noch zu einem Markt um etwas frisches Gemüse zu kaufen. Aubergine, Paprika und eine Gurke stehen auf dem Plan. Viel brauche ich nicht, lieber öfter mal unterwegs frisch kaufen.
Kaufen musste ich nichts, ich habe das alles auf dem Markt geschenkt bekommen. Unglaublich, mich macht das froh aber auch nachdenklich.
Auf dem Markt gab es lauter leckere Sachen, eine riesige Auswahl an Oliven, Käse, Gewürzen usw. Vom Probieren allein war ich schon satt.



Irgendwann breche ich auf, es soll heute weiter Richtung Kütahya gehen.
Über Nebenstraßen, das Türkische Mautsystem habe ich nicht verstanden. Die Notwendige Vignette habe ich nirgendwo bekommen. Ich kann offensichtlich bei der Ausreise oder online nach der Eingabe meines KfZ Kennzeichen bezahlen.
Die Route Südlich ist sicher reizvoller, aber ich habe bewusst die Strecke "durch die Mitte der Türkei" gewählt. Troja liegt in der Nähe, aber da war ich schon 2018. Außer viel "Bauschutt" gibt es da nichts so sehen. Auf dem Rückweg will ich mir für die Türkei 4 Wochen Zeit nehmen.
Auf dem Navi wird ein Teil der Gesamtroute angezeigt, Kutahaya ist das zweite Rote Fähnchen.


Infrastruktur Türkei: In den letzten Jahren wurde sehr viel Geld in die Infrastruktur investiert. Selbst Nebenstrecken werden teilweise vier Spurig ausgebaut. Alte Strecken werden ausgebaut. Wir sind von so einer Infrastruktur in Deutschland meilenweit entfernt.



Auffällig sind Schilderbrücken mit Kameras die an jedem Ortseingang stehen. Da mein Kennzeichen bei der Einreise registriert wurde, kann mein Reiseweg genau nachvollzogen werden.
Auch bei jeden Tanken muss der Tankwart mein Kennzeichen in ein Terminal eingeben.
Tankstellen gibt es viele in der Türkei. Das Tanken macht Spass, der Liter Diesel kostet ca. 1,11 €. Und wenn dann solche hübsche Frauen meine Tante tanken macht es doppelt Spass ;)

Es geht weiter durch eine Landschaft die ein wenig dem Voralpen ähnelt. Die Verkehrsdichte ist "übersichtlich"
Generell wird in der Türkei, außen in den Städten sehr entspannt gefahren. Eine Unsitte ist allerdings überholen, kurz vor einem einscheren um dann zu bremsen um abzubiegen. Irgendwann gabele einen dieser Helden auf ;)

In Kutahaya finde ich an einer Moschee einen Stellplatz und laufe noch in die Altstadt.
Kutahaya zählt als die Porzellan Stadt des Landes und beherbergt eine der größten Universitäten des Landen.
Schöne alte Häuser mit Kunstgewerblichen Angebot.


Kinder können selbst töpfern.....



Ich laufe noch in die Fußgängerzone, die Goldgeschäfte in der Türkei faszinieren mich immer.


Das alte wird immer weniger und verfällt.....


Auch wenn es nur ein Fahrtag war, gab einige Höhepunkte
Gefahren Kilometer: 416
Ausgaben:
Diesel 76,12 €
Tag 8
Heute bin ich genau eine Woche unterwegs.
Und im Radio höre ich, dass genau vor 10 Jahren Frau Merkel den Satz gesagt hat: "Wir schaffen das". Schwieriges Thema.
Um 5.30 Uhr hat der Muezzin zum ersten Gebet des Tages in Moschee gerufen. Ich war hellwach, bin dann aber wieder eingeschlafen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, anschließendem Duschen geht es weiter Richtung Kapadokien.

Unterwegs will ich ein Moschee aus Holz (Unesco Weltkulturerbe) in einer Stadt besichtigen. Ich ging von der Annahme aus, dass ich mit Tante Inge bis vor die Moschee fahren kann. Diese Annahme war falsch. Die Moschee lag in der Altstadt (wo denn auch sonst) und die Straßen waren eng bzw. zugeparkt. Die Angaben des Navi stimmten auch nicht, als ich in eine Einbahnstrasse eingebogen bin, war das Chaos perfekt. Ich habe es aufgegeben die Moschee zu besuchen.



Als ich endlich aus der Stadt war, ging es weiter auf gut ausgebauten Straßen.
Ich befinde mich die ganze Zeit auf ca. 1000 - 1300 Höhenmeter.



Es folgen endlos Weizenfelder. Gestern waren es überwiegend Maisfelder. Der Genosse Chrutschow hat schon 1954 festgestellt, dass der Mais die "Wurst am Stengel" ist ;).

Ursprünglich wollte ich an einem großen Salzsee übernachten und noch Baden gehen (Salzwasser soll gut für den Teint sein)
Leider ist der See ausgetrocknet. Nichts mit Baden. In Deutschland wäre wieder der "Klimawandel" dafür verantwortlich. Der See trocknet aber schon seit mehreren Jahrhunderten aus.



Genau richtig für mich, eine Bank für Verliebte. Warum sitzen ich da allein?

Es gibt auch jede Menge Andenken zu kaufen, nix für mich.


Übernachten will ich da nicht, kein Schatte und zu viele Touristen.
Ich fahre zum nächsten Ort. An einer Moschee darf ich freundlicherweise mein Wassertank auffüllen (das erste Mal während der Reise, es gehen ca. 100 l rein) und ich kommen mit Mehmet ins Gespräch. Er hat 40 Jahre in Nürnberg gearbeitet und ist jetzt Rentner. Lebt immer ein halbes Jahr in Deutschland und spricht einen herrlichen fränkische Dialekt.
Er hat 40 Jahre lang gearbeitet (wie ich auch) und jetzt wird vorgeschlagen dass wir einen Soli für die jüngere Generation in die Rentenkasse einzahlen sollen. Unglaublich. Ich habe mit 16 angefangen in das System einzuzahlen, kenne noch die 42 Stunden Woche. Elternzeit, Findungsjahr (oder Jahre) gab es zu meiner Zeit meiner Zeit nicht, Und dafür sollen wir jetzt zahlen?


An einem Park finde ich einen ruhigen Stellplatz, laufe noch ein wenig und genieße den Abend.
Kilometer: 337
Kosten:
Diesel: 73,10 €
Lebensmitte: 3,40 €


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