Tag 61, verlassene Kasbah und Marrakech, die Stadt der Gaukler und Schlagenbeschwörer

Veröffentlicht am 30. April 2026 um 23:49

Tag 61, Mittwoch

 

Nach einer ruhigen Nacht war relativ früh Aufbruchstimmung. 

Die Gruppe teilt sich heute. Bei einem Fahrzeug zeigt die Motortkontrolleuchte einen Fehler an. Das Auslesen der Fehlercodes hatte einen fehlerhaften Differenzdrucksensor angezeigt. Wie sich später rausstellte war ein AGR Sensor defekt. Eine Marrokanische Werkstatt, die hat unser Tourguide Hassan vermittelt hatte, hat sich richtig in Zeug gelegt und letztendlich einen passenden Sensor organisiert. Sowie ein weiterer Teilnehmer unserer Gruppe war mit in der Werkstatt und der war, auch mit Allahs Hilfe am späten Nachmittag wieder fahrbereit. 

Nun wird es wieder bei den "echten" Overländern wieder  heißen das man mit den modernen Fahrzeugen keine Fernreisen unternehmen kann. Wegen der Elektronik. Ich halte das für Unsinn. Wenn man sieht wie viele der modernen Fahrzeuge heute unterwegs sind und wie wenig Probleme die Fahrzeuge heute machen ist die die Behauptung nicht haltbar, dass die neuen Autos nix taugen. Ein Sensor ist schneller organisiert als eine defekter Motor einen 40 Jahre alten Deutz. Mein Opa hatte mir auch einmal gesagt, dass die neuen Autos nix mehr taugen. Und mein Opa ist 1974 verstorben. 

 

Ein Teil unserer Gruppe ist nach Casablanca gefahren um die zweitgrößte Moschee von Marokko die Hassan II Moschee zu besichtigen. Ich hatte dazu keine Lust weil ich mich nicht dem Chaotischen Verlehr von Casablanca aussetzen wollte und die Moschee ein Neubau ist. Sicherlich imposant und schön die Moschee aber nix für mich. 

Ich fahre über Nebenstrecken zur Kasbah de Boulaoune. Die Fahrt über das Land ist ein Erlebnis und lässt mich in das Marokkanische Leben ein wenig eintauchen. 

Der Zustand der Straße ist nicht der beste......

In den Orten sieht man ständig Schulkinder auf dem Weg von oder zur Schule laufen. Das hängt damit zusammen das die Kinder im Schichtunterricht früh und Nachmittags unterrichtet werden. So lastet man die Schulen und die Lehrer besser aus. Sollte man auch mal in Deutschland überlegen. Unsere Lehrer sind bei weitem nicht ausgelastet und können auch Nachmittags unterrichten (ich weis das ich für diese Idee Kritik bekommen werde.....und auch von wem  ;) ). 

Die Kinder  müssen bis zum 15ten Lebensjahr zur Schule gehen (Schulpflicht). Ein großes Problem ist, dass die Kinder häufig die Schule schwänzen um zu arbeiten aber auch um  zu betteln. 

Die Kinder laufen, nix SUV Eltern Taxi......

Die letzten 30km zu Kasbah sollten eine Schotterstrecke sein aber die Straße wurde mittlerweile Asphaltiert. 

 

Kasbah ist die Arabische Bezeichnung für Festung oder Zitadelle. 

Die Kasbah de Boulaoune wurde ca. 1710 erbaut und war ein wichtiges Alawitisches Zentrum für die Verwaltung in der Region sowie ein Handelsplatz auf der Route von Marrakech nach Casablanca. Und Strategisch war die Festung an der Kurve des Flusses Mum Er-Riba. 

Irgendwann im Laufe der Zeit wurde Kasbah verlassen und vergessen. Die Kasbah war von Sand bedeckt und im 20 Jh. vom bekannten Orientalisten Edmond Doutté wieder entdeckt und detailliert beschrieben. In den letzten Jahren wurde die Kasbah restauriert und zu einem Touristenort umgearabeitet. Ein Touristenort ist es noch nicht, ich war der einzige Besucher. So konnte ich in den alten Gemäuern in die vergangenen Jahrhunderte eintauchen. Ohne das mich irgendwelche Youtuber, Influencer oder Maos Enkel gestört haben.

 

Nach ca. 2 Stunden Besichtigung fahre ich auf. Auf einem Campingplatz in Marakech will ich wieder auf unsere Gruppe treffen. Und auf der Fahrt gibt es wieder einiges zu sehen. 

Ich wundere mich über die vielen Esel Karren die plötzlich auf der Straße immer mehr werden. In nachsten Ort sehe ich das ein Markt gerade zu Ende war. Und die vielen Händler waren auf dem Weg zu ihren Höfen.  

Rush Hour auf Marrokanisch, leider haben die Eselkarren keine Blinker und wechseln manchmal überraschend die Spur. 

Dann kommt mir noch ein Schwertransport entgegen, ohne Begleitfahrzeug das auf die Überbreite hinweist. Dank der "disziplinierten" Fahrweise der Marokkaner ist das aber kein Problem. 

Von meiner Motorradtour in 2017 habe ich Erinnerung das in Marokko viel geblitzt (Radarpistole)  wird. In dem Moment wo ich darüber nachdenke das es offensichtlich nachgelassen hat, winkt mich die Polizei raus. Lt. Anzeige auf der Radarpisole bin ich 14 km/h zu schnell gefahren.  Mein darauf erwidertes Inschallah führte zu Belustigung bei den Polizisten die sehr freundlich waren,.Nun habe ich auch ein Schreiben von Königreich Marokko in dem mir bestätigt wird, dass ich 150 DIH an den Staat gezahlt habe.  Nachdem Schreiben von Königreich Spanien das zweite auf dieses Reise. Nur das es diesel mal nur umgerechnet 13,57 € waren. Wobei ich mir sicher bin, wenn ich mich noch 10min mit den Polizisten unterhalten hätte, dann ich 150 DIH bekommen.

In Marrakech angekommen treffe ich auf die Gruppe und wir fahren am in die Stadt zum Platz Djemaa el Fna, den Platz der Toten. Zur Zeit der Almohaden haben die Sultane hier die Köpfe der Hingerichteten aufgespießt. Diese Tradition pflegt man heute nicht mehr, zumindest habe ich keine aufgespießten Köpfe gesehen. Heute ist es der Platz der Gaukler und Schlangenbeschwörer. Und Unesco Weltkulturerbe. D.h. viele Touristen. Mitte auf dem Platz gibt es viele Garküchen, einfaches Essen aber lecker. Hoffentlich kommt mein Magen-Darm Trakt damit klar. 

Auf einer Dachterassen am Platz woillen wir Kaffee trinken und erleben so mehr oder weniger zufällig einen spektakulären Sonnenuntergang. Für mich war nicht nur der Sonnenuntergang spektakulär ;). 

Im Anschluss genießen wir noch den Spirit dieses Platzes. 

Schlangenbeschwörer, Geschichtenerzähler, Musiker u.v.m. Nur die "Dentisten" die öffentlich Zähne ziehen habe ich vermisst. 

Ein toller Tag mit vielen Eindrücken. 

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