Tag 24 -26 Portugal. La Pasionaria & Pyjama Häuser, Sonne und der junge Mann und das Meer?

Veröffentlicht am 26. März 2026 um 18:26

Tag 24, Montag 

 

Es gab  Zeiten da war der Montag nicht unbedingt mein Lieblingstag. Das hat sich aber seit einiger Zeit geändert. 

Und heute sowieso. Es geht endlich nach Portugal. In Portugal war ich bisher nur einmal, vor 20 Jahren in Lissabon. Die Erinnerungen daran haben meinen Geist mittlerweile fast vollständig verlassen. Ich kann mich nur noch an Regen erinnern (ich war im Dezember da) und das ich zuviel Portwein getrunken hatte. 

Gegen 10 Uhr bin ich "endlich" abfahrtbereit, es was ein schöner Platz hier am Stausee. Tanke noch einnmal, in Portugal ist der Diesel im Vergleich zu Spanien teurer. Obwohl auch die Steuern reduziert wurden. Das Durchschnittseinkommen in Portugal liegt erheblich unter dem in Deutschland. Sicher auch für die Portugiesen auch nicht so einfach mit den hohen Kosten. Danke Benjamin und Donald. 

Portugal war uns als Kinder bzw. Jugendliche in der DDR  durch die Nelkenrevolution 1974, als das Faschistische Salazar Regime das seit 1933 (!) an der Macht war, gestürzt wurde.

Seltsamerweise war das Faschistische Portugal 1949 Gründungsmitglied der Nato. Damals kannte man keine "Brandmauern" gegen echte und vermeintliche Faschisten. Die Nato war und ist nicht nur das "Friedensbündnis" als das es uns heute immer noch verkauft wird. 

Portugal  steht aber auch für die Seefahrer und Entdecker Vasco da Gama, Entdecker des Seeweges nach Indien um Afrika und Ferdinand Magellan, der erste Weltumsegler. Und natürlich Heinrich der Seefahrer, der erste der sich intensiv mit Navigation beschäftig hatte. 

Und natürlich die legendäre Dolores Ibárruri, genannt die La Pasionaria. Kannte zu meiner Zeit jedes Kind in der DDR. 

Es ist kein Verkehr in Spanien, der Grenzübergang liegt auch nicht an einer Hauptverkehrsstrecke. 

Am rio Erges überquere ich die Grenze. EU, keine Kontrollen und in den ca. 30min während meines Foto Stopps an der  Grenze kam nur ein Moped vorbeigefahren. 

Mein Ziel für heute heist Belmonte. Das Fahren macht Spaß, immer noch kein Verkehr und die Sonne scheint. 

Belmonte, 1199 gegründet ist bekannt durch seine alte Festung. Die Festung gehörte der Familie Cabral. Bekannt wurde  vor allem der Admiral Pedro Cabral der um 1500  für den Portugiesischen König einen unbekannten Landstrich im Süden der neunen Welt im Besitz nahm. Der Landstrich nennt sich heute Brasilien. 

Auch Heinrich der Seefahrer war hier, de Covihäl hat hier für Ferdinand Magellan die Weltumseglung ausgearbeitet. Leider konnte ich die Festung nicht besichtigen. Auch in Portugal haben immer am Montag die Museen geschlossen. Aber auch von außen sieht man genug. 

Die Altstadt bietet schöne Ausblicke, um diese Jahreszeit allerdings fast ausgestorben. Auf dem Parkplatz standen nur noch zwei weitere Wohnmobile. Aus der Ukraine. Seltsam. 

Man ist immer noch stolz auf die Seefahrertraditionen.......

1492 als die Juden aus Spanien vertrieben wurden, siedelten sich viele in der Region an. Belmonte erlebte in dieser Zeit eine Blüte. Hier leben heute die letzten Juden einer kryptojüdischen Gemeinschaft auf der Iberischen Halbinsel. 

Der Tag endet noch mit einer Überraschung. 

Meine Briefpost die während meiner Abwesenheit zu Hause eintrifft, wird von der Post eingescannt (Postscanverfahren). Als ich die eingescannte Post Abends öffne, stelle ich mit freudiger Überraschung fest, dass ich einen  Brief mit dem Spanischen Königswappen erhalten habe. Soll ich in Spanien geehrt werden? 

Mitnichten. 

Am 10.03. wurde ich in Nordspanien statt der erlaubten 70 km/h mit 84 km/h von hinten geblitzt. Von hinten mag ich überhaupt nicht. 

In dem Brief, auf Deutsch steht es handelt sich um eine schwere Übertretung für die mir  eine Buße von 100 € mir auferlegt wird. Stolzer Preis. 

Wenn ich dem Verstoß nicht wiederspreche und ich Innerhalb von 20 Tagen per Kreditkarte zahle, dann reduziert sich der Betrag auf 50 €. 

Mit Tränen in der Augen habe ich den Betrag überwiesen. 

Es fasziniert mich aber, dass innerhalb von 13 Tagen eine Halterabfrage in Deutschland erfolgte und mir per Briefpost der Bußgeld Bescheid zugestellt wurde. 

Die Zeit benötigen wir in Deutschland um Klimaneutral und Gendergerecht den Blitzer auszulesen.

Und dass das alles keine Verwaltungskosten, Porto und Gebühren kostet. 

Ich glaube da können wir von Spanien lernen. 

Und ich muss mich beim Fahren disziplinieren. 

Tag 25, Dienstag 

 

Obwohl ich einen sehr ruhigen Übernachtungsplatz hatte, habe ich schlecht geschlafen. Schuld wat das Bußgeld. Obwohl ich mich nicht aufregen wollte. 

Das heutige Ziel lautet Aveiro an der Costa Nava. Vor einigen Tagen habe ich von anderen Campern einen Tipp für einen Stellplatz direkt am Meer erhalten. 

Da es über 200km sind und ich keine Lust habe über die Berge auf Nebenstrecken zu fahren, nutze die Mautfreie Autobahn. Der Verkehr "sehr übersichtlich". Und die Sonne scheint. 

Den Platz habe ich schnell gefunden, direkt hinter den Dünen. Man hört das Rauschen des Meeres.....

Und endlich das Meer.....rauh und unbändig wie ich....das gefällt mir 

Der kleine Ort ist bekannt für die mit Streifen bemalten Fischerhäiuser die heute überwiegend als Ferienhäuser dienen. Sieht schön aus , ich nenne sie  "Pyjama Häuser" :). 

Es ist keine Saison, nur wenige Geschäfte / Restaurants haben geöffnet. Und die kleine Markthalle. 

Eigentlich sollte man hier Fisch essen aber ich habe seit Tagen Hunger auf Pizza. Schaffe ich nicht ganz, den Rest lasse ich mir für den Hund einpacken.....

Nach dem Essen geht es noch eimal an den Beach. Ich will baden. Die Füße schaffen es in das Wasser. Mehr geht nicht, die Wellen sind zu hoch ;).

Es ist windig, ich genieße dennoch den Sonnenuntergang. 

Tag 26, Mittwoch

 

Das Bußgeld habe ich mittlerweile "verdaut" und das Rauschen des Meeres hat mich gut schlafen lassen. 

Nachdem Frühstück starte ich zu einer "Wanderung". In der Ferne habe ich einen Leuchtturm gesehen und in dem Ort gibt es einen Briefkasten, ich habe Ansichtskarten......

 

Ich kann allem  widerstehen, nur nicht der Versuchung  ;) 

Ich bin heute ca. 15km am Strand gelaufen. Ein wunderschöner Tag. 

Obwohl am Abend es sehr windig wurde, genieße ich den Sonnenuntergang. Gegen 23 Uhr gehe noch einmal an den Strand, Bei Dunkelheit die Wellen und in der Ferne das Blinken des Leuchtturms. Ich komme mir ein wenig vor wie der Schimmelreiter in Th. Storm gleichnamigen Roman....

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