Tag 17, Montag
Die Nacht in Ponteferrada werde ich nicht so schnell nicht vergessen. Bereits am Abend, ich hatte noch ein wenig gelesen, setzten Schmerzen ein. Die wurden im Laufe der Nacht immer schlimmer. Ibu 400 hat nur begrenzt geholfen. Wenn ich gewusst wie und wo wäre ich in eine Notaufnahme gefahren.
Am morgen wurde es etwas besser und ich habe mir gleich fachkundige Hilfe per Whats App in Deutschland geholt. Telemedizin wird mittlerweile auch bei der Behandlung von medizinischen Notfällen angewendet.
Und von Gottesfügung war, dass meine Helferin überwiegend in Spanien lebt, Medizinerin ist, so habe ich die richtigen Medikamente empfohlen bekommen.
Nach dem Frühstück wurde es mit dem Halsschmerzen etwas besser und ich habe beschlossen nach Leon weiterzufahren. Aber dennoch darf so ein Männerschnupfen nicht unterschätzt werden.
Aktuell nutze ich jede Möglichkeit zum tanken wenn die Diesel "günstig" ist. Die Spanische App "Gasall" zeigt immer die aktuellen Preise an. Auch in Spanien differiert mittlerweile der Preis je nach Tankstelle um bis zu 25 Cent je Liter.
Es ist relativ wenig Verkehr, wie ich bereits schon einmal geschrieben hatte fahren die Spanier relativ gemütlich. In der Ferne ist wieder das Kantrabische Gebirge zu sehen.
Ich befinde mich mittlerweile in der Iberischen Meseta, auch Hochland von Kastilien genannt. Das Hochland liegt im Schnitt immer zwischen 500m - 700m über NN hoch.
Nordlich von Madrid spricht man von der Normeseta, Südlich von Madrid von der Südmeseta. Das mit dem Hochland war im Vorfeld nicht bewusst, erinnert mich ein wenig an Armenien oder Ostanatolien. Allerdings ist das Hochland dort über 1000m hoch.
Reizvolle Fotomotive gibt es unterwegs immer wieder. Die Störche brüten bereits, vorzugsweise auf Kirchtürmen.
Mein Ziel ist die 68 n. Chr. vom Römischen Kaiser Gaibla gegründete Stadt Leon. Bei den Römern war die Stadt eine Garnision, auch zur Absicherung der Goldtransporte von Las Medulas. Danach kameen die Westgoten, dann die Mauren und dann ab dem 13 Jh. war die die Stadt eine wichtige Station auf dem Jakobsweg.
Mein erstes Ziel in Leon nicht die Kathedrale sondern das Ziel dient meinem Überleben. Eine Apotheke.
Die Kathedrale von Leon, um 1255 erbaut. Aber leider damals nicht sehr gut konstruiert (schwache Pfeiler) so dass immer wieder Teile erneuert werden müssen.
Die Kathedrale ist bekannt für ihre alten Fenter, einige stammen noch aus dem späten 13 Jh. Die wollte ich mir ansehen. Aber ich habe nicht bedacht, dass in Spanien Montag immer die meisten Museen geschlossen haben. So auch die Kathedrale.
Es sind schöne Details zu entdecken.......
Auch einige von der Gesellschaft vergessene haben sich im Umfeld der Kathedrale "angesiedelt".
Das Casa Baudinos, 1891 von Antoni Gaudi für einen Tiuchhändler entworfen. Im Laufe der Jahre mehrmals umgebaut und seit 1996 wieder im Originalzustand. Das UNESCO Weltkulturerbe beherbergt heute eine Ausstellung zum Wirken Gaudis. Montag natürlich auch geschlossen.
Die Sonne scheint, ich genieße das Bummeln durch die Altstadt.
Wann trinken die Spanier mal keinen Wein?
Ich übernachte auf einen schönen kostenfreien Stellplatz direkt am Fluss, von hier waren es ca. 10min bis in die Stadt. Wasser konnte ich auch tanken.
Hier war am Abend noch leben, dass Wetter war schön. Die Spanier waren mit ihren Kindern unterwegs, der Spielplatz war voll und laut. Stört mich aber nicht. Die Kinder die manchmal betreue können lauter sein ;). Was mich auch nicht stört.
Einige Spanier zeigen auch reges Interesse für Tante Inge. Allrad Fernreise Wohnmobile sieht man hier selten.
Alles im allen ein schöner Tag, eine Erkrankung überlebt, wenn auch knapp, Sonne und eine schöne Stadt.
Und der Frühling hat endlich begonnen.
Tag 18, Dienstag
Diese Nacht habe ich besser geschlafen, die Halsschmerzen sind fast weg.
Ich habe mich gestern Abend noch mit den Umweltzonen, d.h. die Spanischen Sonderregeln beschäftigt.
Um in viele Spanische Städte zu fahren, benötigt man eine Spanische Umweltplakette entsprechend der Abgasnorm des Fahrzeuges. Aber diese werden nicht an Ausländer verkauft. Angeblich sollen die deutschen Plaketten anerkannt werden. Aber die Plaketten heisen nicht automatisch freie Fahrt. In manche Cityzonen dürfen wiederum nur Anwohner einfahren. Und wenn man nach Madrid oder Barcelona fahren will, dann muss mach sich online zwei Wochen vorher registrieren. Für Frankreich habe Umweltplaketten an der Scheibe.
Wir reden von einer Europäischen Gemeinschaft aber im Bezug auf die Umweltplaketten sind wir wieder in die Kleinstaaterei zurückgefallen.
Ich möchte nicht wissen wieviel Geld die Umweltmafia mittlerweile mit diesen ganzen Schwindel wie Co2 Zertifikate, Umweltplaketten und nicht zuletzt die unzähligen Forschungsinstitute mit den ganzen "Experten" die davon leben die Apokalypse herbeizureden. verdienen. Bringt der Umwelt überhaupt nichts. Vielen Dank "liebe" Grüne und Greta.
Wir sollten unsere Umwelt ganzheitlich schützen als den jetzigen "Klimasschutz" zu verwalten.
Ich bin mehrmals schon in soche Zonen eingefahren. Unwissentlich. Mal sehen ob ich eine Bußgeld bekomme. Da funktioniert Europa.
Heute fahre ich in das ca. 130km entfernte Tordesillas.
Die Landschaft auf der Hochebene ist eintönig. Wenig Verkehr ich komme schnell voran.
Die Stadt hat die für die Region "übliche Biographie": Kelten, Westgoten, Römer, Mauren und dann das Königreich von Kastilien.
Berühmt wurde der Ort allerdings durch den Vertag von Tordesillas.
1594, zwei Jahre nach dem Kolumbus Amerika "entdeckt" hatte, wurde in diesem Vertrag die "neue Welt" zwischen dem Königreich Kastilien und Portugal mit einer Demokartionslinie aufgeteilt. Es gab zuvor schon Vereinbarungen, unter anderem auch von Papst Alexander VI. Aber mit dem Vertrag von Tordesillas wurde die Einflussspähren in der neuen Welt für lange Zeit festgelegt. Nicht unbedingt zum Vorteil der Ureinwohner. Die wurden an dem Vertrag nicht beteiligt.
In diesem Gebäude wurde der Vertrag damals Unterzeichnet. Konnte ich leider nicht besichtigten, von 14 Uhr - 16 Uhr geschlossen.
In Tordesillas hat die Königen Johanna von Kastilien, nach dem Tod ihres Ehemann König Philipp und ihrer Abdankung, ihre letzten Lebensjahre verbracht und ist auch hier gestorben. Die Königen wurde damals auch Johanna die Wahnsinnige genannt. Sie wahr sehr schweigsam, hat aber fünf Sprachen gesprochen. Sie war sicherlich sehr eigen aber nicht Wahnsinnig gewesen. Möglicherweise war sie eine Autistin. Letztendlich ging es darum sie als Königen zu vertreiben. Der Palast in dem sie lebte wurde abgerissen.
In dem Ort gibt altes Kloster das dem der Orden der Klarissen gehörte. An den Gebäuden lässt sich teilweise noch der Baustil der Mauren erkennen.
In dem Gebäude im Kloster soll Napoleon übernachtet haben. Was mich nicht sonderlich anspricht. In der Region in der ich aufgewachsen bin gibt keine größere Stadt in der Napoleon nicht übernachtet hatte.
Der Orden der Klarissen wurde 2024 aufgelöst weil der Orden die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzil, dass von 1962 - 1965 tagte, ablehte. Die Nonnen wurden exkommuniziert, dürfen aber aus dem Kloster nicht vertrieben werden.
Ein schöner alter Ort mit vielen alten Gebäuden und Kirchen und viel Geschichte.
Der Ort ist auch bekannt für einen alljährlichen stattfindenden Stierkampf. Das will aber nicht weiter "beleuchten".
Ich mache mir immer mal wieder Gedanken darüber ob ich nicht zu viel Wein trinke. Aber wenn ich hier sehe wie früh die Spanier schon Wein trinken dann kann es bei mir doch nicht zu viel sein. Ich lebe heute ein wenig Spanisch......und das tut mir richtig gut.
Ich habe einen schönen und ruhigen Platz am Rande der Altstadt gefiunden und genieße den Abend.
Tag 19, Mittwoch
Heute steht endlich Segovia auf dem Programm.
Hier steht ein Aquädukt aus der Römerzeit, dass größte auf der Iberischen Halbinsel.
Schon von bei der Anfahrt kann man die schöne Altstadt erahnen.
Leider schein heute nicht die Sonne. Dafür das die Stadt auf ca. 1000m über NN liegt ist es aber warm. Und es regent nicht.
Die Stadt soll schon 1000 Jahre v. Chr. von Herkules dem Ägypter gegründet wurden sein.
Aquädukt von Segovia:
Das Aquädukt hat die Aufgabe Wasser aus den ca. 17km entfernten Bergen in die Stadt befördern. Und diese Idee hatte die Römer um ca. 96 n. Chr. In der Maurischen Zeit um 1000 n. Chr. wurden Teile zerstört, im 15 Jh. wurde es wieder repariert und war bis 1974 in Betrieb.
Ein imponsanter Bau. Ohne KI konstruiert und gebaut.
Das Äquadukt fängt klein in der Vorstadt an, überspannt ein Tal um dann das Wasser in die Altstadt zu befördern.
Und viele Touristen an so einem Ort, gemeinsam mit Toledo und Alja zählt dieser Ort zu den Höhepunkten in der Region um Madrid......
Die Steine wurden ohne Mörtel mit einander verbunden, dass hält bis heute.
In dieser Rinne floss das Wasser in die Stadt.....
Die Spätgotische Kathedrale von um 1530 auf Anweisung von Karl V gebaut. Ein gewaltiges Bauwerk, innen wie außen imposant.
In der Altstadt gibt es viel zu entdecken.......
Die Lotterie spielt in Spanien eine große Rolle. Verkäufer stehen quasi an jeder Ecke.
Ein schöner Tag heute..... vor allem nach der fast überstandenen Erkrankung.. ;)
Ca. 10min vom Stadtzentrum gibt es kostenfreie (!) Wohnmobilparkplätze auf denen man auch übernachten kann. Aber auf "Kuschelcamping" habe ich keine Lust.
Von freundlichen Campern aus Holland (Holländer sind immer freundlcih) habe ich einen Tipp für einen schönen Übernachtungsplatz bekommen.
Wo ich die nächsten Tage hinfahre weis ich noch nicht. In die Berge, weiter Richtung Süden. Oder nach Portugal an das Meer? Mal sehen wohin mich die Reifen tragen. Vielleicht bleibe ich hier auch einen hier Tag stehen und mache Urlaub ;).
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