Tag 13 - 16 Kommunikationsprobleme, die Tektonen und auf der Suche nach Gold. Weiter durch Kastilien

Veröffentlicht am 15. März 2026 um 17:28

Tag 13, Donnerstag 

 

Das ich erst  für Freitag einen Termin bei Mercedes wegen meinen Bremsen habe, beschließe ich auf dem Stellplatz zu bleiben. Es  ist alles vorhanden was man braucht. 

Ich putze ein wenig Tange Inge und mich und  plane meine Strecke für die nächsten Tage. Ich werde die Küste verlassen und in das Landesinnere fahren. Von Portugal werde ich den dann den südlichen Teil besuchen. Dann sollte auch endlich die Sonne scheinen. Hoffentlich. 

Nachmittag gehe ich den nahbelegenden Carfour Supermarkt. Riesig, für mich unübersichtlich. Beeindruckend das Angebot an frischen Fisch. Wüste nicht wie man den zubereitet ;). Fischstäbchen von Käpt'n Iglo gibt es nicht. 

Der Schinken richt schon lecker. Ich kaufe eignige Scheiben sowie tiefgefrorene Scampi. Und Nähzeug, ich muss einen Knopf annähen. Habe ich zwar dabei, aber nur noch kleine Nadeln. Und da bekomme ich den Faden auch mit Lupe nicht durch. 

Nachmittag scheint für Spanien überraschend die Sonne. Ich genieße und lasse den ruhigen Tag ausklingen.........

Tag 14, Freitag der 13te.......

 

11:00 Uhr habe ich einen Termin bei einer nahgelegene MB Niederlassung. Pünktlich 10:30 Uhr bin da und eine Service Mitarbeiterin kümmert sich sofort um die Aufnahme der Daten. Ich bin erfreut dass es so schnell geht, verstehe aber nicht dass sie noch einmal alle Daten aufnimmt  obwohl ich die schon bei der Online  Anmeldung angegeben habe. Von Autos hat die Junge Frau nicht viel Ahnung, Englisch spricht sie auch nicht. Da alle Hebebühnen belegt sind dauert es bis ca. 12:00 Uhr bis meine Tante Inge auf die Hebebühne kommt. 

Der Mechaniker stellt fest das alle 4 Bremsscheiben rosten und die mit den Bremsklötzen gewechselt werden müssen. Ich bekomme von der jungen Frau von der Annahme einen Kostenvoranschlag, 1400 €. Bumms. Knall. 

Bremsscheiben bestehten aus normalen hochfesten Eisen. Das die rosten, vor allem in Winter ist bis zu einem gewissen Grad normal. Die vorderen Bremscheiben wurden auch schon einmal gewechselt und sind erst ca. 20 000 km gelaufen. 

Da ich mich wahrscheinlich  besser mit Fahrzeugtechnik auskenne als  die junge Frau, bestehe ich darauf dass erst einmal nur die hinteren Bremsen demontiert werden. 

Und siehe da, der Fehler ist gefunden. Die Mechanik der Handbremse ist auf einer Seite fest und auf der anderen Seite gebrochen. Die Brembeläge der Handbremse sind auch verschliessen. Da die Bremsscheiben durch die defekte Handbremse (haben hinten eine "Doppelfunktion" als Scheibe für die Betriebsbremse und Trommel für die Handbremse), lasse ich auch die Bremscheibe und Bremsklötze wechseln. Und eine neue Mechanik für die Handbremse wird verbaut.  

Gegen 15:00 Uhr warTange Inge fertig. Kosten knapp über 1000 €. Der Stundensatz bei MB lag in dieser Werkstatt bei ca. 100 €. Wobei ich nicht weis ob bei mit der Tarif für PKW oder der günstigere LKW Tarif angewendet wurde. In Deutschland beträgt der Stundensatz bei MB mittlerweile 200 € und mehr. 

Ich fahre weiter Richtung Leon, die Bremse macht keine Gerausche mehr und wird auch nicht mehr heiß. Also alles richtig gemacht. 

Und dann das: Ich fahre in das Gebirge, es geht eine Passtraße Bergauf und Tante Inge tut sich plötzlich schwer den Berg hinauf zu kommen. Im ersten Moment denke ich, dass die Bremsen schleifen, heiß werden und Festgehen (hatte ich bei meinem Barkas mal). Aber die Bremsen sind kalt und frei. 

Mir fällt nun auf das die 7G tronic nicht mehr richtig schaltet (bleibt in einem Gang "hängen). Und auch über die Schaltwippen am Lenkrad kann ich nicht mehr schalten. Erinnerungen an Armenien werden wach. 

Auf dem  nächsten Parkplatz lese ich über die OBD Schnittstelle mit meinem Diagnose Gerät die Fehlercodes aus. Und habe prompt Fehlermeldung vom ISM (Intelligentes Schaltmodul) und vom Hydraulik Controller im Getriebe. Kommunikationsprobleme werden gemeldet.

Das ist wie in einer Beziehung, die meisten Probleme habe die Ursache in einer Störung der Kommunkation ;). Im Gegensatz zu den Kommunikationsprobleme in einer Beziehung kann ich die Fehlercodes mit meinem Diagnosegerät löschen. 

Und danach sind die Schaltprobleme weg, alles funktioniert wieder. 

Was war wahrscheinlich  die Ursache? ISM und der HC sind neu? Ein ISM habe ich als Ersatz dabei (das gbrauchte Teil welches mir in Armenien für die Heimfahrt eingebaut wurde).

Ich vermute das eine Elektirische Unterspannung die Ursache sein könnte. Die genannten Steuerteile können darauf sensibel reagieren. Möglichweise wurde in der Werkstatt während der Reparatur die Zündung nicht ausgeschaltet. 

Gut das ich mir ein Diagnose Gerat angeschafft habe. Sonst hätte ich wieder in eine Werksatt fahren müssen. 

In Lalin will ich übernachten, die Stadt bietet einen kostenfreien Stellplatz an. 

Erstaunlich das der Stellplatz im Laufe des Abend voll wird. Es ist kein Touri Hot Spot und es sind keine Ferien. Die Womos sind alle aus Spanien (außer eins). Kann sein das es am Wochenende liegt. Mein Dind sind solche Übernachtungspätze nicht. Aber eine Nacht geht schon einmal. Hauptsache es ist ruhig. 

Tag 15, Samstag 

 

Ich stelle fest das ich heute schon 2 Wochen unterwegs bin. Kommt mir nicht so vor. Ich verliere langsam das Zeitgefühl. Und das ist auch gut so. 

Spanien gefällt mir. Die Spanier sind freundlich untereinander und auch mit Touristen. Dazu gehört auch ein "Schwatz" an der Kasse am Supermarkt oder die Putzfrau die mir an der Tankstelle lachend mir im Zweikampf mit den Kassenautomaten geholfen hat . Ich habe das Gefühl das wir  das in Deutschland verloren haben.

Und das obwohl wir alles korrekt machen wollen und Jede Laus schützen. Vielleicht geht so das Menschliche untereinander verloren. Das liegt aber auch an jedem selbst. Ich stehe zu meinen Schwächen, meine Schwächen zeichnen mich aus (Zitat H. Schmidt). 

Nach dem Frühstück mit dem gestern gekauften Schinken steht heute der Canyon de Sil auf dem Progamm. Natürlich regnet es früh wieder und es ist nebelig. 

Ich habe vor zu einem Aussichtspunkt an dem Canyon zu fahren. Ich übersehe ein Hinweisschild der den Weg für Wohnmobile vorschreibt. 

Und dann das. 

"Durch diese hole Gasse muss er kommen" (Schiller, Wilhelm Tell)......nein kommt er nicht. Hier passt Tante Inge nicht durch. Ich versuche es auch nicht, es sind auch die Überhänge vom Dach im Weg. Rückwärts ca. einen Kilometer, dann kann ich wenden.  

Mein Ziel, der Aussichtspunkt ist ausgeschildert. Die letzten Kilometer werden aber zur Herausforderung. Nicht wegen der unbestigten Straße. Aber kurz vor dem Ziel gab es tiefe Auswaschungen und Schlamm. Es geht eben nicht über Bodenfreiheit und Allrad. Der Vorteil: Auf meinem Übernachtungsplatz werden mit Sicherheit Abend kleine lärmenden Pubertierenden mit ihren tiefergelegten Autos bzw. "Standard Wohnmobile" erscheinen. Das war dann letztendlich auch so. 

Der Canyon de Sil liegt in der bekannten Weingegend Ribeira und ist ca. ist ca. 30km lang. Die Schluchten sind bis zu 500m tief. Der Rio des Sil hat  im Gegensatz zum Grand Canyon nicht die Schluchten geformt (da war es der Colorado River). Ursache sind Verschiebungen der Tektonischen Platten die bis heute andauern. Da ich hier übernachten will hoffe ich mal das heute Nacht die Tektonen keine Platten verschieben ;). 

Das Wetter könnte besser sein aber es reicht um eine knapp 3 stündige Wanderung entlang der Schlucht zu machen. Der Canyon ist beindruckend. Das Spiel der Farben wenn die Sonne scheint oder sich Wolken vor die Sonner schieben......

Ich lasse mir Zeit beim Wandern und genieße die Aussicht und die Ruhe......

Am Weg entdecke ich Pilze. Mit meinen Eltern haben wir früher oft Pilze gesammelt. Leider habe ich nicht aufgepasst welche Pilze essbar sind. Und einen Kurs "Giftpilze am Geschmack erkennen" habe ich nicht besucht. Also bleiben die Pilze wo sie hingehören. 

Der Sonnenuntergang an meinem Übernachtungsplatz wäre spektakulär wenn die Wolken nicht wären......

Wie erwartet  bleibe ich hier allein...... 

und zum Abendbrot gibt es Griechischen Salat mit leckeren Scampi....

Tag 16, Sonntag 

 

Die Nacht war ruhig, dunkel.....besser geht es nicht. 

Und am morgen sind wenig Wolken zu sehen, es soll heute endlich mal die Sonne scheinen. 

Das erste Ziel heute sollen die Goldminen von Las Medulas sein. 

Endlich kein Regen und ich genieße unterwegs die Aussicht auf das Kantabrische Gebirge. 

Las Médulas war einst die wichtigste Goldmine des Römischen Reiches. 

Der bekannte Römische Senator  Publius Carisius eroberte 25 v. Chr. die Region und  hat erkannt das die Gegend  reich an Erzen und vor allem an Gold ist. Die Berge wurden durchlöchert und dann mit einem ca. 100 km langen Kanalsystem geflutet bzw. die Berge überschwemmt. So wurde dann das Gold freigelegt. Eine Art Fräcking? Wenn es damals schon Grüne gegeben hätte, dann wäre niemals dort Gold gefördert wurden. Da werden die Römer auch nicht bis Galizien gekommen;). 

Die von den Römern "geformten" Gesteinsfotmationen sind mittlerweile UNESCO Weltkulturerbe. 

Mit meinem Spaten bewaffnet durchlaufe ich das alte Bergwerk. Beeindruckend, ich grabe auch hier und da. Finde aber leider kein Gold. 

 

Enttäuscht dass ich kein Gold gefunden habe bummele ich ein  wenig durch den noch verschlafenen Ort Las Médulas 

In Ponferrada, ca. 30km von Las Médulas habe ich vor zu übernachten. Es gibt einen großen kostenfreien Stellplatz in der Stadt. Mit einem schönen Blick auf das Gebirge.

Und stelle fest, dass ich schon wieder auf dem Jakobsweg unterwegs bin. Neben Stellplatz ist eine Pilgerunterkunft. 

Ich frage mich wieviel Jakobswege es eigentlich gibt?  Sicher ein Dutzend. Diese Vermarktung ist sicher nicht im Sinne des Apostel Jakobus. 

Ich werfe einen Blick durch das Fenster in die Pilgerzimmer.......ich glaube deutsche Gefängniszellen sind besser ausgestattet ;).

Poferrada hat eine lange Geschichte die bis auf die Kelten zurückgeht. Auch die Mauren waren hier, davon ist nichts mehr zu sehen. Geprägt haben die Stadt und die Festung vor allem die Templer (Templerorden). 

Geplant hatte ich heute Spanisch essen zu gehen. Aber bei mir fängt ein Kratzen im Hals an und ich habe Sorge das ich mir einen gefährlichen Männerschnupfen zugezogen habe. 

Also zurück zum Wohnmobil, Kamillen Tee, ein Vaterunser und schlafen. Ich hoffe es hilft. 

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.