Tag 10 - 12, auf dem Jakobsweg weiter nach Asturien und Santiago de Compostela

Veröffentlicht am 12. März 2026 um 13:29

Tag 10

 

Endlich mal wieder eine Nacht mit Meeresrauschen an meinem Übernachttungsplatz in Gombrill. Ich stehe wie immer gegen 07 Uhr auf. Und wie in den Südlichen Ländern üblich "erwachen" die Städte später. Dafür geht es Abends länger. 

Apropos Südlicher Länder, während des Frühstückes habe ich Meerblick. Aber das Wetter? Es regent. Da habe ich mir anders vorgestellt. Aber Reisende die ich unterwegs getroffen habe und die sich schon länger in Spanien aufhalten berichten über eine bereits schon über Wochen länger anhaltende schlechte Wetterlage mit viel Regen. Statistisch kommt das alle 10-15 Jahre vor.

Ich nehme es so wie es ist, Hauptsache Urlaub.

Die Übernachtung hier war, obwohl ich später doch Camperverbotsschilder entdeckt hatte, kein Problem. Wahrscheinlich auch weil Vorsaison ist und nur zwei Fahrzeuge hier standen. Das der Parkplatz im Sommer für Wohnmobile gesperrt ist, kann ich nachvollziehen. Es sind einfach zu viele Wohnmobile unterwegs. 

Ich verlasse das Baskenland und fahre weiter in die Provinz Asturien. Ich hatte vor mir eine echte Baskenmütze im Baskenland zu kaufen. Ich  habe nirgendwo eine zu kaufen bekommen und  habe auch keine  Basken mit einer Baskenmütze gesehen. Wieder ein Vorurteil gehabt?

Gut, die Deutschen werden auch mit Lederhosen in Verbindung gebracht. Aber getragen werden die Deutschland auch nicht. Vielleicht am Rande Deutschlands in abgelegenen Regionen, z. B. in Bayern ;). 

Der Fluss Derva bei Unquera markiert die Grenze nach Asturien. Die offizielle Bezeichnung ist Fürstentum Asturien - Principado de Asturias.

Die Asturische Küste ist bekannt für die Villen ehemaliger Asturischer Auswanderer die in "Westindien"  also in Lateinamerika zu Reichtum gekommen sind. 

Die Villen werden "Casonas de Indianos" genannt. In Deutschland wäre so eine Bezeichnung nicht möglich. Das Wort Indianer ist nach dem Willen einer seltsamen Minderheit mittlerweile ein Unwort. Wir sollen von "Indigenen" sprechen. Der Verband der Indianer in den USA nennt sich auch "Verband der Nordamerikanischen Indianer". Ich mache so einen sprachlichen Unsinn nicht mit. 

Die Villen sind ein Zeugnis des Reichtums der Auswanderer. Wie die zu dem Reichtum gekommen sind, ist eine andere Geschichte. 

Es geht weiter auf dem Jakonbsweg, zwischendurch sehe ich größere Gruppen von Pilgern ohne Gepäck. Anscheinend gibt es auch organisierte Pilgerreisen bei denen man sein Gepäck nicht tragen muss. Was muss hier los ein wenn erst die Pilgersaison begonnen hat. 

Das Wetter wird nicht besser.......die Steilküste mit den vielen Buchten ist wunderschön. 

Bei der Bucht begegne ich einen einzelnen Pilger. Wir kommen schnell ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass er aus München kommt und den ganzen Weg bis hier schon gelaufen ist. Mehrere Monate ist er bereits unterwegs. Der Pilger war völlig entspannt, mein Angebot ihn mit dem Auto wegen dem schlechten Wetter ein Stückchen mitzunehmen, hat er abgelehnt. 

Er läuft die Straße weiter, ich starte auch und sehe den Pilger nicht mehr. Wenn ich nicht das Foto als Beweis gebe, könnte ich denken der Pilger wäre eine "Fata Morgano" gewesen.........solche Begegnungen machen für mich auch den Sinn des Reisens aus. 

Es regent immer stärker und das Wetter soll auch nicht besser werden. Ich beschließe auf der gut ausgebauten Mautfreien Autobahn weiterzufahren. Wie auch in Frankreich sind die Autobahren in einem guten Zustand und es gibt keine Baustellen. Was läuft bei uns in Deutschland da schief? 

 Am Rande des Fischerortes Luarca finde ich einen schönen kostenfreien Stellplatz und beschließe hier zu übernachten. 

Da es aufgehört hat zu regnen mache ich einen Bummel durch den Fischerort (5000 Einwohner) und bin überrascht wie schön der Ort ist. Es ist keine Saison und sehr ruhig, ich brauche keinen "Rummel. 

Hier befand sich einst auch die Weltgrößte Sammlung von Riesenkalmaren. Bei einer Sturmflut in 2014 wurde das Museum vernichtet. Ein neues Museum hatte leider geschlossen. 

Die Fischer habe auch noch keine Saison......

Die Kiss Bridge. Der Sage nach soll sich im Mittelalter  hier ein Mädchen, dass sich in einen Piraten verliebte und deren Vater das nicht toll fand, gemeinsam mit dem Piraten  geköpft wurden sein. Die beiden Köpfe rollten dann küssend in den Fluss. Rauhe Sitten damals. 

Das Altstadtviertel war mühsam zu erlaufen. Aber die schönen alten Malereien von einem regional bekannten Künstler entschädigten die Mühen.......

und der Blick vom hoch über der Stadt gelegenen Friedhof mit Meerblick. 

Ein schönes Hafenstädchen abseits der Touristischen Hauptrouten.......ohne Reiseführer entdeckt man ein Land am besten. 

Tag 11 

 

Über das Wetter schreibe ich heute nix. Nur so viel - es ist vorhanden. 

Heute geht es nach Santiago de Compostela, ca. 200 km. Mittlerweile ist der Diesel auch hier erheblich teurer geworden. Ich habe 1,80 € für den Liter bezahlt. 

Santiago de Compestala, das Ziel der Pilger auf dem Jakobsweg. 

Leider wird das "Quitschen" der Bremsen nicht besser. Die Bremsscheibe hinten links wird teilweise richtig heiß. Vor und Zurückfahren mit angezogenen Bremsen, manchmal lösst sich so ein Stein, hat auch nichts gebracht. Ich vermute dass ein Bremssattel fest ist und die Stifte gereinigt und mit Bremspaste eingerieben werden müssen. Habe ich nicht mit und vermutlich auch nicht das richtige Werkzeug. Evtl. können auch die Bremsbacken der Handbremse defekt sein. Ich beschließe nicht selbst zu reparieren. 

Ich fahre in Santiago auf einen gut augstatteten Stellplatz und recherchiere via Internetz nach einer Mercedes Werkstatt. In der Nähe ist ein Mercedes Truck Services. Online kann ich einen Termin für Freitag 11 Uhr vereinbaren. Ich hätte auch auf gut Glück hinfahren können. Das wäre aber sicher mit Wartezeiten verbunden gewesen. Die Werkstätten sind heute meistens gut organisiert.

Der Termin ist erst in 3 Tage. D.h. ich kann mit morgen in Ruhe Santiago ansehen. Übermorgen einen Tag "Pause" einlegen und die weitere Reise planen. Und am Freitag fahre ich in die Werkstatt. 

Tag 12 

 

Heute steht die Kathedrale von Santiago de Compostela auf dem Plan. 

Vom Stellplatz fährt ca. alle 20min ein Bus in das Zentrum. Besser geht es nicht. 

Der Bau der Kathedrale hat 1075 begonnen und ist die Kirche des Erzbistums Santiago de Compostela. 

Im Laufe der Jahre wurde das Kirchlein von ca. 8000m2 auf 23 000m2 erweitert. Das Mittelschiff ist fast 100m lang und über 20m hoch. 

Der vergoldete Hochaltar mit Baldachin. Da sitzt der lebensgroße  heilige Jakob in einem mit Jakobsmuscheln verzierten Umhang. Wenn ich die Pracht sehe, dann  weiß ich warum ich keine Kirchensteuer mehr zahle. 

Leider finden aktuell Restaurierungen statt so das Teile des Altar verdeckt sind. 

Unten in der Mitte ist der heilige Jakob zu erkennen. 

Ein Weg führt unter dem Altar in die Krypta......ich passe gerade so durch (früher waren die Leute schmaler)......

In diesem Reliquien Schrein sollen sich die Gebeine des Apostel Jakobus  befinden. Allerdings beansprucht das auch die Armenische Jakobskathedrale von Jerusalem. Vielleicht hatte der Jakobus  einen Zwillingsbruder, dann haben beide Recht. Und Splitter vom Kreus Jesu sollen sich hier auch befinden. 

Oberhalb des Altar kann man die Figur des Jakobus über die Schulter streichen, ein muss für jeden Pilger.  

Und es gibt auch viele Devotalien für das "Seelenheil" zu kaufen. 

Die Altstadt von Santiago ist ganz anders als die von Bilbao, ein anderer Baustil. 

Ich genieße leckeren asturischen Schinken und Wein........

Ich beschließe nicht mit dem Bus zum Stellplatz zu fahren sondern zu laufen. Ein Fehler, der Weg war beschwerlich.  Aber auch außerhalb des Zentrum immer wieder Hinweis auf den Jakobsweg.....die Stadt lebte und lebt davon.

Am Stellplatz angekommen  nutze ich die Sonne, endlich. Und treffe noch auf Reisende aus meiner alten Heimat (Merseburg) und treffe Leute wieder die ich schon in Gomrbrill kennengelernt habe.  Bis zum Abend habe ich noch schöne Gespräche über das Reisen und einige Tipps für kommende Ziele bekommen. 

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