Tag 4 - 6. Entlang der Route de Vin und Fromage zum Jakobsweg

Veröffentlicht am 5. März 2026 um 17:00

Tag 4  

 

Ich wollte ursprünglich früh am morgen starten aber ich habe dann doch lieber ausgeschlafen. Bis halb acht ;). Die Höhenbegrenzung am Parkplatz wurde nicht verschlossen so dass ich problemlos vom Parkplatz fahren konnte. 

Es macht keine Lust früh Nachrichten zu lesen, dieser unsägliche Krieg lässt die Welt wieder einmal Kopf stehen. Der Öl Preis geht nach oben, also noch einmal Tanken bevor der Diesel noch teurer wird. Wie bereits schon geschrieben gibt an fast jedem Supermarkt Tankstellen die bis zu 25 Cent je Liter günstiger  als die Markentankstellen sind. 

Ich war offensichtlich nicht der einzige der diese Idee hatte, vor den Tankstellen bilden sich lange Schlangen. An der ersten Tankstelle hatte ich das "Glück" dass es nach ca. 30min Wartezeit keinen Diesel mehr gab. An der 2ten Tankstelle hatte ich dann mehr Glück. Wie gut das ich Zeit habe.........Aber mit 1,69 € /L habe ich relativ günstig getankt. 

Mit steigenden Dieselkosten wird sich die ganze Logistik verteuern. Das merken wir bald im Supermarkt. Auch der Getreidepreis steigt rasant, er ist an den Ölpreis gekoppelt. Die Nachteile der Globalisierung. 

Erst über Nebenstrecken, dann über Nationalstrassen fahre ich Richung Bordeaux. Etwas anstrengend sind die vielen Kreisverkehre. Ab den 40ten  habe ich aufgehört zu zählen.

In den Ortschaften ist meistens Tempo 30, Poller usw. erlauben es auch nicht schneller zu fahren. 

Ich lasse die Landschaft an mir vorbeiziehen, es wird endlich immer grüner. Hier hat das Frühjahr schon begonnen.

 

Mein erste Fahrt nach Frankreich kommt mit in den Sinn. 1989 kurz  vor Weihnachten bin ich zusammen mit einem Kollegen und einer Ladung Blumenerde mit dem LKW nach Südfrankreich gefahren. Champagnole, den Ort werde ich nie vergessen. Die Tour führte durch für mich damals typisch Franzöische Dörfer.

So hatte ich mir als ex. DDR Bürger immer Frankreich vorgestellt.

Mein Mitfahrer war "etwas außer sich" darüber, dass man uns so kurz vor Weihnachten noch nach Frankreich schickt.

Dann hat die Anlieferadresse auch nicht gestimmt. Ein Mobiltelefon hatten wir schon im LKW. Aber das C-Netz funktionierte nicht in Frankreich. Mit Hilfe der Gendarmerie, die viel telefoniert hatte haben wir dann unser Anlieferstelle gefunden. Ein Gartenbaubetrtieb. Wir haben bei der Gendarimie mit dem LKW übernachtet und am nächsten morgen hat uns die Gendarmarie zum dem Empfänger, einen Gartenbaubetrieb gebracht. 

Dort wurden wir schon freudig erwartet. Und während der LKW entladen wurde, wurden wir zum Frühstück eingeladen. 

Und damit begann eine kleine Katastrophe. Zum Kaffee wurde Schnaps, vermutlich ein Obsltler, angeboten. Und das war genau dass was meinem Mitfahrer gefallen hat. Um mit einmal war von pünktlicher Heimfahrt keine Rede mehr. Während ich den LKW wieder verschlossen und abfahrbereit gemacht hatte, hat mein Mitfahrer reichlich die geistigen Getränke mit dem Kaffee genossen. Es konnte sich nun auf einmal auch auf  französisch unterhalten ;).

Als wir dann endlich abgefahren konnten, hat sich mein Mitfahrer, der eigentlich der 2te Fahrer war, in die Koje gelegt und hat seinen Rausch augeschlafen Damals waren an den Grenzen noch Kontrollen, auch der Warenverkehr wurde kontrolliert. Wir hatte zwar keine Rückladung, ein gewisses Prozedere ist aber dennoch erforderlich gewesen (Laufzettel)  Wie ich meinen Kollegen über die Genze geschmuggelt hatte weis ich nicht mehr. Aber ich weis noch das ich 600 Kilometer nach Hause im dichten Schneetreiben durchgefahren bin und  wir pünktlich zu Weihnachten zu Hause waren. Mein Kollege ist  ausgeschlafen und entspannt in die  Weihnachtsfeiertage gegangen. Im Gegensatz zu mir.. Sigbert, wenn Du diese Zeilen "da oben" ließt es dennoch Spaß mit Dir gemacht. 

Ich überlege ob ich auf Rückfahrt Ende Mai über Champagnole fahre und den Ort besuche. 

 

Mit diesen Gedanken fahre ich bis in Region Bordeaux über die Route de Vin. 

In Pomerol finde ich einen schönen Platz zum übernachten. 

Pomerol ist bekannt für seine hochwertigen und  auch teuren Weine. Die günstigsten Flaschen beginnen bei ca. 20 €. Angebaut werden die Sorten Merlot und Cabernet. 

Wie schon die letzten Tage sind die Leute sehr freundlich, es wird immer gegrüßt. Schön wenn die Leute so entspannt sind. 

Wenn ich schon in einer Weingegend übernachte, dann gibt es auch einen Rotwein zum Abend. Primitivo aus Italien ;). 

Tag 5 

 

Die Glocken an der Kirche vor der ich übernachtet hatte, habe nicht geläutet. Keine Autos sind vorbeigefahren. Die Nacht war sehr ruhig. 

Mein  Wassertank ist nur knapp halb voll, Zeit zum füllen. Einen Wasseranschluss zu finden war nicht so einfach. Letztendlich habe ich an einem Friedhof mittels Kanister den Wassertank aufgefüllt. Schöner "Frühsport. 

An einem Supermarkt tanke ich wieder, Heute kostet der Liter Diesel schon 1,79 €. Auf der Autobahn 2,35 €. 

 

Die Autobahn  Richtung Spanien ist die ersten 60km hinter Bordeaux Mautfrei.

Es ist aber sehr viel LKW Verkehr. In der rechten Spur fahren fast ausnahmslos LKW, überwiegend Kühl LKW. Das Ergebnis des immer frischen Angebotes an Gemüse aus Spanien in den Supermärkten bei uns. 

Kurz bevor die Autobahn Mautpflichtig wird fahre ich ab und fahre über die Route de Frommage Richtung Süden.  

Bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port, hier werde ich auf einen kostenpflichtigen Stellplatz zwei Tage stehen bleiben. 12 €, die Nacht. Inkl. Strom, Müll und Abwasser Entsorgung + Trinkwasser. Ein faires Angebot. Um man ist in 5min in der Stadt. 

Der Platz ist sehr gross. Obwohl keine Saison ist, stehen einige Womos hier. Ich kann nur erahnen was hier in der Saison los ist. Zur Zeit sind fast nur Franzosen hier. Und ein Holländer (die sind immer da) und ein Deutscher (ich).

Ich mache noch einen kleinen Bummel durch die Stadt und will einen Latte macchiato trinken. Ich bin Frankreich, es gibt nur Café a lait. Auch lecker. 

Das Wetter ist mit ca. 20 Grad auch angenehm. Nur die Sonne fehlt. 

Tag 6 

 

Warum bin ich nach Saint-Jean-Pied-de-Port gefahren und  bleibe hier zwei Tage? 

Hier beginnt der Camino, besser bekannt als der Jakobsweg nach Santiago de  Compostela. Dort soll sich das Grab des Apostel Jakobus befinden. Seit dem 11.  Jahrhundert ist der Weg, der über alte Handelsstraßen führt als Pilgerweg bekannt. Beschrieben hat den Weg damals Almery Picaud. 

In den 1970er Jahren wurde der Pilgerweg wiederbelebt. Bekannt in Deutschland wurde der Weg durch Hapeus Kerkelingus Buch "Abeo......" 

Heute laufen den Weg Leute die sich selbst finden wollen oder gesündigt haben. Da ich weis wer ich bin und auch immer Keusch und Enthaltsam gelebt habe,  muss ich den beschwerlichen Weg nicht gehen. Werde aber Teile des Weges mit Tante Inge abfahren ;). 

 

Die Stadt ist geprägt von dem Pilgerweg aber auch von einer Festung und Stadtmauer.  Vor allem als die Mauren Spanien besetzt hatte, hat die Stadt als Handelsstadt eine wichtige Bedeutung gehabt. 

 

 

Die alten Stadttore sind noch erhalten. Heute passen nur PKW durch. 

Es gibt lecker Süßigkeiten.......für mich nicht. Zu ungesund 

Mann kann erahnen wie hier früher die Logistik funktionierte.....

Ein "Türklopfer" der Vorläufer einer Klingel. Sieht man in der Altstadt an fast jeder Haustür.......

Der Jakobsweg bestimmt die Stadt, ist auch ein wichtiger Tourismusfaktor......um diese Jahreszeit ist aber nicht viel los. 

Symbole des Jakobsweg. Umhang und Stock. Und die Meeresmuschel. Die hat man am Zielort in Galizien am Strand eingesammelt. Als Beweis dass man den Weg gelaufen ist. Heute geht das mittels You Tube Video einfacher. Und es weis die ganze Welt das man dort war. 

Das sieht lecker aus.......aber.......

das ist für mich die Realität........gesund......

Morgen will ich in die Pyrenäen fahren, ein abgelegener Pass auf dem ich hoffe die hier noch freilebenden Potokk Ponys zu sehen. Allerdings verschlechtert sich gerade das Wetter. Ich entscheide morgen früh...... 

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