4.Woche vom 10.10.2026 - 17.10.2026, Bikini Mädchen, Vulkane, Archimedes und Gauner auf dem Weg nach Sizilien....

Veröffentlicht am 17. Oktober 2026 um 16:37

Tag 21, Samstag der 10.10.2026 

 

Es hat die ganze Nacht geregnet, nachdem Frühstück beschließe ich weiterzufahren. Nach Sizilien. Ich wäre hier gern noch geblieben, mit meinem  "Wohnmobilnachbar"  auf dem Parkplatz, einen Italiener hatte ich mich am Vorabend noch lange unterhalten. Er war im Frühjahr drei Monate in der Türkei unterwegs, wir hatten somit ein Thema. 

Ich starte Richtung Süden, nach Villa San Giovani. 272 km, ein Teil davon Autobahn. Aber nicht Mautpflichtig. 

Ab Villa San Giovani fahren die Fähren über die Strasse von Messina nach Sizilien. Die Ausschilderung / Organisation am Fährhafen ist wie in Italien üblich völlig Chaotisch. "Einsweiser" spielen sich auf und führen erst Recht zu Chaos. Einer der Einweiser der  mit einer Weste der Fährgesellschaft rumlief ,verlangte 10 € von mir und ist danach mit einmal verschwunden. Als ein zweiter "Einweiser" kommt und auch 10 € verlangt, merke ich dass das Ganoven sind die keine Fährtickets verkaufen. Ich habe ihm sehr deutlich gemacht, was ich davon halte und was ich mache wenn er nicht gleich verschwindet. Ich glaube er hat gemerkt das ich wütend war. Er hat aufgegeben. Schade um die 10 €, dass schmerzt.  Inschallah. Im letzten Jahr auf meiner Tour in den Kaukasus ist mir so etwas nicht einmal passiert. 

Als ich endlich den Schalter erreiche bezahle ich 62,40 € für das Fährticket. Sehr teuer, die Fähre ist keine 30min unterwegs. 

Die Fährefahrt war ereignislos. dass Wetter macht nicht viel Hoffnung für die kommende Woche. 

Die Abfahrt von der Fähre was noch chaotischer als  die Auffahrt. Jeder will schnell von der Fähre. Gut dass ich die Serienmäßige Hupe von Mercedes gegen eine Leistungsstärkere ausgetauscht hatte. Ich habe mir den schmerzlichen Verlust meiner 10 € aus der Seele gehupt. Dann war ich wieder zufrieden. Und bin schnell von der Fähre gekommen. 

Ich beschließe nicht in Messina zu bleiben sondern über die Mautpflichtige Autobahn Richtung Ätna zu fahren. Leider gibt es in Sizilien einen anderen Mautbetreiber, meine DKV Mautbox funktioniert hier nicht. Ich muss am Schalter bezahlen, 30km Autobahn ca. 1,10 €. Für diesen Betrag kommt man in Österreich kein 20m weit. 

Irgendwann, dass Wetter wird sowie nicht besser, fahre ich ab von der Autobahn um mir einen Platz für die Nacht zu suchen. In Santa Teresa de Riva (was für ein Name) finde ich direkt am Ende der Küstenstraße einen ruhigen Platz mit Meerblick bzw. auf Fischerboote. Und nach meinen schlechten Erfahrungen an der Fähre mit dem von  Verlust 10 € bin ich froh dass eine Carabineri Station gegenüber ist. Ab Ende September ist das Parken mit Übernachten auch erlaubt. 

Es regent und ich nutze die Zeit um meinen Reisebericht für die 3. Woche zu schreiben. 

Dann hört der Regen auf und ich genieße einen aufregenden Sonnenunfergang. 

Tag 22. Sonntag der 11.10. 2026 

 

In die Bibel steht am Sonntag soll man ruhen und dem folge ich. Ich nutze den Tag um lange am Strand zu laufen bzw. durch den Ort der nicht allzuviel zu bieten hat. Auffällig ist der schwarze Sand am Strand. Ich bin auf einer Vulkaninsel. Nachmittag sitze ich am Strand und verbessere weiter mein Englisch. Das Wetter ist wieder besser und ich freue mich auch die nächsten Tage. 

Tag 23. Montag der 12.10.2026 

Eine neue Woche beginnt, ich bin die 4. Woche unterwegs. Wie schnell die Zeit vergeht. 

Es geht weiter, heute will ich den Ätna erobern.Bei Anfahrt  sehe ich schon früh den Ätna. Und er qualmt. 

Zum Ätna kann man von verschiedenen Seiten fahren. Die meisten fahren den Ätna vom Süden an. Hier kann man mit einer Seilbahn und dann mit Geländewagen fast bis zum oberen Krater fahren. Kostet schlappe 300 €, einen Seniorentarif gibt es nicht. Kann man wegen vulkanischer Aktivitäten nicht bis hoch fahren, dann ist das Geld futsch. Nachdem Verlust der 10 € und wegen dem Risiko dass der Ätna gesperrt ist, verzichte ich. 

Ich fahre zur Nordseite, die ist nicht so überlaufen und hier gibt es schöne Wanderwege. 

Der Ätna ist  der höchste und aktivste Vulkan Europas und gehört zu den dynamischsten Vulkansystemen weltweit. Die Höhe des Ätna verändert sich durch die ständigen Eruptionsphasen fortlaufend. Aktuell erreicht der Krater eine Rekordhöhe von rund 3.403 Metern. Der schwerste Ausbruch war im Jahr 1669 und ein gewaltiger Lavastrom bahnte sich den Weg bis ins Meer und zerstörte dabei große Teile der Stadt Catania. Was ich nicht wusste dass  Gipfel über  vier Hauptkrater besitzt. Und er hat  über 300 Nebenkrater an seinen Flanken, aus denen bei seitlichen Ausbrüchen oft Lavaströme austreten.

In 2002 hatte der Ätna an so einem Nebenkrater einen seiner spektakulärsten Ausbrüche. Über 30 Mio Kubikmeter Lava wurden ausgestoßen. Und 6 Mio Tonnen CO2! In einer Woche. In D. produzieren Ausfahrer 145 Mio Tonnen CO2. In einen Jahr. Das Jahr hat 52 Wochen. wären dann 312 Tonnen CO2 vom Ätna. 

Zu den  beiden Krater von 2002 kann man wandern oder mit einem Geländbus hinfahren. 

Ich schnüre meine Wanderschuhe, packe meine Wanderstöcke aus. D.h. ich wandere. Das ich über 3 Stunden unterwegs sein werde und ca. 400m Höhe überwinden muss, ahne ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Auf der Karte sah das nicht so spektakulär aus. 

Unmengen von Lavamassen, beeindrucken. Die Fotos geben das kaum so wieder. 

Hier hatte bis 2002 eine Gaststätte gestanden.......

Und immer wieder siehst man den Ätna.......er ist aktiv, 

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Und immer wieder spektakuläre Blicke auf das Meer......

Und dann bin ich an den beiden Kratern, ein schmaler Weg führt um die Krater. Ich bin der einzige hier oben.....

Ich bin auf 2200m Höhe und es weht ein kalter Wind,. Leider liegt der Ätna jetzt in den Wolken. 

Der Abstieg wird zu Herrausforderung. Da es schon spät ist, wollte ich abkürzen. Das Lavagestein ist allerdings sehr rutschig, dass war mir vorher nicht bewusst. Also eine Fehlentscheidung. Aber ich habe es überlebt. 

Unten auf dem Parkplatz wartet Tange Inge auf mich......

Müde aber um viele Eindrücke reicher bin ich wieder am Parkplatz. Ich dusche mir erst einmal den ganzen Lava Staub ab. Gut das ich vor der Tour das warme Wasser angestellt habe. 

Dass man im Ätna Nationalpark nicht übernachten darf, respektiere ich und fahre in das etwa 20km entfernte Linguaglossa. 

Ich finde einen ruhigen Stellplatz, später gesellt sich noch ein Camper aus der Schweiz dazu (die Schweizer sind im Gegensatz zu den Franzosen immer freundlich und kommunikativ)  und er hat noch einige gute Tipps für die nächsten Tage. Nach der anstrengenden Wanderung gehe ich früh schlafen, 

Tag 24. Dienstag der 13.10.2026 

In Linguaglossa hatte ich am Vortag entdeckt, dass es aktuell eine Picasso Ausstellung gibt (mit einigen Originalen). Genau mein Ding und es kostet kein  Eintritt. So langsam schwindet mein Groll über die eingebüssten 10 €.....

Picasso war ein Genie......

Und natürlich sein bekanntestes Werk von 1961, die Darstellung der Friedenstaube auf einer Schale. Leider spielt dass heute keine Rolle mehr. Es werden wieder  schlimmere Feindbilder als zu Zeiten des kalten Krieges aufgebaut. Billionen für die Rüstung ausgegeben. Selensky fordert von der EU schon wieder 70 Milliarden Dollar. Wie wird das enden......

Der Ort selbst ist auch schön......

Kurz vor Mittag fahre ich nach Augusta direkt an den Beach und gehe in das 24 Grad warme Meer baden......und genieße....

Einen Wachhund habe ich auch......er freut sich über die Leckerli 

in der Ferne der Ätna......und schlafe am Abend mit dem Rauschen des Meeres ein......

Tag 25, Mittwoch der 14.10.2026 

Frühstück am Beach........und mit meinem Wachhund. 

Heute ist nur der Beach angesagt......

Im laufe des Tages kommt aber immer mehr Wind auf, Baden ist wegen der Wellen unmöglich. 

Wegen dem starken Wind legt sich eine Salz und Sandkruste auf mich und das ist unangenehm. Ich beschließe am Abend schon zu meinen nächsten Ziel nach Syrakus zu fahren. Schade der Platz war schön, hier hätte ich es noch einige Tage ausgehalten. 

In Syrakus gibt es am Rande des Zentrum einen großen kostenfreien Platz (mit Strom und Wasser für Camper). Unter den Dächern stehen einige Dauercamper bzw. Italiiener die im Wohnmobil leben.  

Tag 26, Donnerstag der 15.10.2026 

 

Heute steht das alte Syrakus auf dem Programm. Die Hafenstadt war In der Antike war für mehrere Jahrhunderte die größte und mächtigste Metropole Siziliens sowie dessen kulturelles Zentrum. Berühmt ist sie zudem als Heimat des antiken Mathematikers Archimedes. Mit Mathe hatte ich zwar nicht viel am Hut aber die Altstadt ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Durch Erdbeben sieht man von der Antike (Griechen) leider nicht mehr viel.

Ich bin früh unterwegs, mein erster Weg führt mich zum Markt. 

weiter durch die Altstadt......

Die alte Kathedrale ist ein Bilderbuch der Geschichte. Von den Griechen als Tempel für Göttin Athene gebaut (die Säulen des Tempel sieht man heute noch in der Kirche), bei den Byzantiner eine Bassilika, dann Moschee und später wieder eine Kirche mit einem Barocken Portal. 

Bei wunderschönen Wetter lasse ich mich durch die Stadt treiben......

Un zum Schluss das jüdische Viertel....

Und Archimedes begegne ich auch noch.......

Wieder am Stellplatz angekommen, muss ich feststellen dass sich Franzosen mit dem Wohnmobil so eng neben mich gestellt haben so dass ich kaum die Tür aufbekomme. Und das bei den riesigen Platz hier. Ich parke um und beginne Vorurteile gegen die Franzosen aufzubauen weil mir das nicht zum ersten Mal passiert. 

Tag 27, Freitag der 16.10.2026 

Gegen 7 Uhr stehe ich auf, Frühstücke. Duschen und Wasser tanken und dann geht es weiter. Als ich bei den Franzosen vorbeifahre muss ich lange hupen. Das entspannt mich. 

Ein letzter Blick auf den Vesuv. 

Heute geht es in das Landesinnere, zu der in der Nähe von Piazza Amerika gelegenen Villa Romana del Casale, UNESCO Weltkulturerbe.  Eine weltberühmte spätrömische Luxusvilla bei Piazza Armerina und sie  beherbergt mit rund 3.500 Quadratmetern die weltweit größte und besterhaltene Sammlung römischer Bodenmosaike. Gebaut im 4 Jh. nach Chr. und im 12 Jh, durch Schlammlawinen verschüttet (Klimawandel).Und erst im 20 Jh. wieder ausgegraben. 

Außer den Bodenmosiken ist von den Gebäuden nicht viel erhalten. Um die Mosaike zu schützen hat man die Schuztbauten im Stil der alten Villa nachempfunden, Man bekommt einen Eindruck wie groß die alte Villa war. Die Römer wussten zu leben. Wenn man zur Oberschicht gehörte. 

Die vielen Mosaike haben mich fast ein wenig überfordert. Aber das Römische Leben wird so sehr schön erzählt. 

Das berühmteste Mosaik ist die 1700 Jahre alte Darstellung von jungen Turnerinnen, genannt auch die "Bikini Mädchen". Dabei wurde der Bikini erst 1946 erfunden. Aber die Darstellung soll keine Badebekleidung zeigen,  sondern Turnerinnen in der damals üblichen Turnbekleidung. Ein faszinierende Darstellung......

 

Der Besuch hat sich gelohnt. Aber ich verliere so langsam die Übersicht über das was ich auf dieser Reise schon alles gesehen habe. Deswegen schreibe ich auch dieses Reisetagebuch. Nur für mich;). 

Da UNESCO Weltkulturerbe muss das auch gut vermarktet werden. Viele Souvenirstände mit viel Zeugs aus China für die Touristen aus Asien.....

Ich fahre weiter in die Stadt (Piazza Armerina) und finde einen schönen Platz mit Blick auf die Altstadt. 

Ich mache noch einen Bummel durch die Altstadt. Es gibt hier noch ein Archäologisches Museum, ich verzichte aber. Es reicht für heute ;)

Die EU Fahne, die Italiienische, die Sizilianische und die der Stadt mit dem Stadtwappen. In Deutschland würde man nur die EU und die Regenbogenfahne hissen.........traurig. 

Mit dem Blick endet mein Tag und  die 4. Woche......

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