Tag 67, Dienstag
Heute beginnt das Wüstenabenteuer. Aber zunächst gönne ich mit ein richtiges Frühstück. Auf Mittagessen verzichte gern, auf ein Frühstück nicht.
Und ich beim Frühstück kann ich Jana und Mario beim vorbereiten des Fahrzeuges beobachten und habe viel Freude dabei. Mir wird klar: Ohne Jana funktioniert nichts ;).
Wir fahren alle unterschiedlich los. Punkt 10 wollen wir uns an einer Piste treffen die uns die Wüste führt.
Auf dem Weg dahin kann ich einige Eindrücke von Marokkanischen Leben gewinnen.......nix für Vergetarier.....
Kaum hat man die Ortschaften verlassen sind die Strassen leer.....
Für mich immer wieder faszinierend: Kaum ist Wasser vorhanden findet man sofort Vegetation......und Menschen die das Wasser für Ackerbau und Viehzucht, wenn auch im bescheidenen Rahmen, nutzen.
Typisch Deutsch sind wir pünktlich am Treffpunkt. Ab hier soll uns Hassan unser Marokkanischer Guide uns auf der Piste führen. Wir erfahren dass er sich verspäten wird, ca. 30min. Es prallen Welten aufeinander.....Aber nicht schlimm, wir haben Zeit und warten. Später erfahren wir, dass Hassan noch für unsere Mittagspause das Essen eingekauft hat.
Hassan trifft fast pünktlich ein und endlich geht es los. In die Sahara.
Es fehlt aber der Sand. So ist zumindest die Vorstellung der meisten über die Sahara. Die Sahara nimmt ein Fläche von ca. 9 Millionen km2 ein und ist damit 26 mal so groß wie Deutschland. Aber nur 20% der Sahara bestehen aus aus Sanddünen. Und Erg Chegagga, eine der großen Sanddünen wollen wir heute erreichen. Und zunächst geht es auf eine Schotterpiste. Hassan fährt vorneweg, er kommt aus der Gegend und kennt hier jeden Stein........
Das Navi zeigt keine Strasse mehr an.....gut das wir Hassan haben......kein Navi....26x größer als Deutschland.....das kann böse enden....
Wir kommen an eine Oase, hier legen wir eine Rast ein. Ein Eingeborener bereitet Tee zu und Hassan und sein Bruder machen das Essen fertig. Mittlerweile ist sehr windig und der feine Sand kriecht überall hin. Gut das es ein kleine Hütte gebaut aus Palmenwedel, gibt.
Vom Essen habe ich keine Fotos, war zu hungrig um zu fotografieren.......in der Wüste verschieben sich die Prioritäten.....wer weis wann es das nächste Essen gibt.
Jetzt wird die Strecke sandig, das heißt etwas Luft aus den Reifen lassen um zu verhindern das die Reifen im Sand versinken. Wir haben alle Allrad Fahrzeuge, aber das reicht nicht immer.
Wir kommen an einem Brunnen vorbei. Hassan legt einen Stopp ein und füllt die neben dem Brunnen stehenden Behälter mit Wasser. Die neben dem Brunnen stehenden Esel freuen sich über das Wasser. Super Aktion von Hassan.....
Und dann fährt sich das erste Auto von uns im Sand fest.....vermutlich musste der Fahrer kurz das Gas wegnehmen und ist dann tief im Sand engesunken. Das rausziehen mit einem anderen Auto war kein Problem. dauert aber seine Zeit.
Ich bleibe kurze Zeit später auch im Sand stecken und wühle mich tief ein. Gut das ich das mir Johannes Limmer (Overland Camping Solutions) letztes Jahr stabile Bergeösen vorn und hinten angebaut hat. Das rausziehen war so kein Problem. Leider habe ich keine Fotos gemacht.....ich musste Sand schaufeln. Das Video kann ich leider hier nicht hochladen.
Endlich erreichen wir unseren Übernachttungsplatz in der Erg Cheggaga nahe der Grenze zu Algerien. Die Erg Chegagga ist die größte Sandwüste Marokkos, die Dünen werden bis zu 300m hoch. Wir wollten (sollten) uns in einem Kreis aufstellen. Die "Rennleitung" hatte eine andere Vorstellung von einem Kreis.....egal, uns allen hat das so gefallen. Ein Kreis kann in der Wüste auch oval sein.
Ein unglaublicher schöner Ort mit einem magischen Licht bei Sonnenuntergang. Eine Stimmung zaubert das bei mir die ich nicht beschreiben kann. Da ist mir auch egal dass ich mittlerweile überall Sand im Fahrzeug habe.
So intensiv habe ich den Sternenhimmel noch nie gespürt.
Wir sitzen am Abend noch am Lagerfeuer, leider schlafe ich irgendwann ein und verpasse das gegen Mitternacht einer unserer Rhön Camp Nomaden Geburtstag hat.
Tag 68, Mittwoch
Es war eine heiße Nacht, die Temperatur lag bei 27 Grad, es wehte leichter Wind mit Sand. Fenster zu, heiß im Wohnmobil aber wenig Sand. Fenster auf, etwas kühler und Wind. Und Sand. Ich habe mich für Sand entschieden.
Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 10% und dann der Sand in der Luft. Ich habe Husten als ob ich 40 Jahre Marchoka geraucht habe. Da ich nicht schlafen kann stehe früh auf und sehe Kamele die bei und vorbei ziehen (eigentlich sind es Dromedare).
Nach dem Frühstück fahren wir weiter um die Erg Chegagga. Teils Schotter Piste, Teils Sand.......
Hassan unser Tourguide von Maroccaravan. Ich verstehe nicht wie er immer den richtigen Weg findet. Ohne Navi und KI. Er ist hier aufgewachsen und kennt die Gegend. Unterstützt wird er von seinem Bruder. Die beiden sind ein Gewinn für iunsere Tour.
Die Tour führt und abwechselnd durch Sand und auf fester Piste.
Mittags machen wir eine längere Rast an einer Oase. An unserem Übernachtungsort weht aktuell ein heftiger Wind und Hassan will lieber etwas warten. Inschallah.
Die Oase ist ein kleiner Touristen Hot Spot für durchreisende Overlander. Da der von den Berbern betrieben wird, bleibt das Geld auch hier und die Leute können so die ihre Existenz sichern. Mir gefällt das so.
Brot backen die Berber in der heißen Glut (oder Asche) eines Feuers. Und das schmeckt. Brot ohne Treibmittel oder sonstige Errungenschaft der Lebensmittelindustrie. Die Generation Tiefkühlkost würde hier verhungern.
Mittag essen wir Berbersalat (ich verzichte, meinen Magen-Darm Trakt würde das als Provokation einordnen und entsprechend reagieren) Tajine, Reis und Coscus......
Nach dem Essen erkundige ich ein wenig die kleine Oase, einige legen sich zu einem Mittagsschlaf hin. So langsam gewöhnen wir uns an den Lebensrythmus hier.....
Am späten Nachmittag fahren wir weiter zur nächsten Oase an der wir übernachten werden.
Die Piste hat viele Querrillen, Absätze, eine enorme Belastung für das Fahzeug und dem Fahrer. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Ich habe Angst das mir das Amalgan aus den Zähnen fällt........
Vor der Oase wird es wieder sandiger. Und unmittelbar an der Oase fährt sich wieder ein Auto fest. Mittlerweile haben wir Übung die Autos wieder freizubekommen.
In der Oase kann man kleine Bungalow mieten und es gibt ein hübsches Restaurant.
Wir genießen die Ruhe vor dem Abendessen.....der Abend wir noch lang werden.
Als ich mich kurz vor Mitternacht zurückziehe ist es immer noch sehr warm.......
Tag 69, Donnerstag
Noch vor dem Frühstück unternehmen einige von uns einen Ausrtitt mit Kamelen. Für mich ist das nix. Ich genieße so den Sonnenaufgang.
Nach dem Frühstück starten wir, die Sandpiste wartet auf uns.
Und natürlich graben wir uns wieder ein, die Sandbleche sind dieses mal nützlich. Und vernünftige Schaufeln.
Dann sehen wir plötzlich einen Strauß und mit einmal ein ganze Herde. Ich bleibe lieber auf Distanz.....wenn die zutreten tut es weh.
Gegen Mittag sind wir in Mhamid wieder auf festen Strassen unterwegs. Hier war ich in 2017 bereits mit dem Moped. Ind die Sahara sind wir wegen einem Sandsturm damals nicht gefahren.
Wir machen eine kurze Rast, ich genieße einen Milchkaffee mit einem Minzblatt.
Nachdem wir alle wieder Luft auf die Reifen gepumpt haben (einen Kompressor haben die meisten mit bzw. festverbaut) trennt sich unser Gruppe. Ich fahre nicht mit in eine Töpferei sondern kleide mich neu ein und fahre gemütlich zum nächsten Campingplatz.
Auf dem Campingplatz angekommen probiere ich meine neuen Sachen......passt und steht mir.
und beobachte wie meine Mitreisenden ihr Wohnmobil putzen.....ob das Sinn macht......wir fahren noch Sandstrecken....Aber es macht Spaß zuzusehen.....und hören.
Am Abend essen wir gemeinsam......und lassen den Tag ausklingen.
Tag 70, Freitag
Heute wollen wir das Atlas Gebirge queren. Über eine ca. 2400m hohe Passtraße die nicht befestigt ist. Bis zum Einstieg fährt jeder für sich. Gegen 10 Uhr reffen wir uns.
Kinder sind wie immer neugierig und betteln vorsichtig. Ich verschenke Buntstifte und Haribo und fühle mich unwohl dabei.
Der Rest der Gruppe trifft ein. Mario Volklandt versucht die Ursache eines Klappergeräusches am Dach zu finden.
Die Autos sind auf dieser Tour teilweise enormen Belastungen ausgesetzt. Zum Thema evtl. Mängel an den Fahrzeugen und wie Rhön Camp damit umgeht, schreibe ich am Schluss der Reise.
Hassen bemerkt, dass bei meinem Fahrzeug am einem Hinterrad Luft fehlen zu scheint. Ich prüfe, tatsächlich sind 2 bar "weg" Vielleicht habe ich am Vortag nicht riichtig aufgepumpt. Ich fülle Luft auf, die Luft hält und mache mir keine Gedanken um den Reifen.
Am Anfang ist die Strecke recht einfach zu befahren.
Uns kommen Fahrzeuge einer "Baby Boomer Rallye" entgegen. Autos und Fahrer sind nicht mehr taufrisch. Bei einem Stopp lernen wir einen Engländer kennen, der begeistert ist das wir mit einem Wohnmobil über diesen Passe fahren. Noch kann ich das nicht nachvollziehen, aber hier ist die Straße noch harmlos. Der Engländer schreibt sich die Kontaktdaten von Rhön Camp auf. Vielleicht der Einstieg in den Englischen Markt für Rhön Camp. Ich muss an eine Provision denken.......
Die Straße wird zunehmend schmaler, Absätze, enge Kurven und spitze Steine die scharf wie ein Messer sind sind eine Herrausforderung......
Auf der Passhöhe machen wir eine kurze Pause......
Unterwegs sehen wir kleine Dörfer oder einzelne Hauser.
Da wir mit unseren Fahrzeugen Staub aufwirbeln wie einst der Wüstenfuchs Rommel in El Alamein, sehen die Kinder der Dörfer uns schon von weiten kommen und stellen sich an den Straßenrand um etwas zu verkaufen oder um zu betteln. Ich kann damit schlecht umgehen. Unseren Fahrzeugkolone hat einen Wert von über 2 Mio Euro und wir fahren an bettelnden Kinder vorbei. Unser Guide Hassan bleibt öfters stehen und gibt den Kindern etwas.
Und durchgeknallte Politiker geben Milliarden für Rüstung und Kriege aus. Mit dem Geld könnte man viele Probleme lösen.
Ich bin froh als wir nach 4 Stunden fahrt auf der Piste endlich wieder auf einer festen Straße sind. Aber Spaß hat es gemacht.
Die weitere Fahrt geht durch eine Rosenanbaugebiet. Hier findet aktuell ein Rosenfest statt. Viel Trubel. Außer einem kurzen Kaffee und Tankstopp fahre ich zum nächsten Campingplatz durch.
Am schönen Campingplatz angekommen, stelle ich fest das der Reifen schon wieder 2 bar verloren hat. Also muss ich eine Reifenwerktstatt. Es gibt viele. Welche ist die richtige? Ich frage unseren Guide Hassan von Maroccaravan. Und der organisiert sofort für den nächsten Tag einen Termin in einen nahegelegenen Werkstatt. Super.
Die letzten Tage waren eine Herausforderung für die Fahrzeuge und die Fahrer. Und es gab keine Ausfälle. Die Gruppe ist jetzt richtig zusammgewachsen. Beides habe ich so nicht erwartet. Und ich als "Einzelgänger" fühle mich auch wohl. Noch besser fühle ich mich wenn morgen der Reifen repariert wird. Das wird ein spannende Geschichte......
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Kommentare
Hallo Steffen, sehr schön für uns, dein Reisetagebuch über Marokko zu lesen. Viele Erinnerungen wurden bei uns wach. Wir waren ja von Dezember bis Anfang März in Marokko. Die Temperaturen waren da sicherlich angenehmer.
Viel Spaß weiterhin, viel Glück mit dem reparierten Reifen und liebe Grüße an Familie Volklandt. Mit Mario und Michael Röll haben wir kurz vor der ihrer Abreise noch zur Besichtigung und Beratung in ihrem Rebel gesessen…
Bis denne!!
Katrin & Heiko🖖👋