Tag 63, Freitag
Heute ist der 1. Mai, der Kampftag der Arbeiterklasse. So wurde der 1. Mai früher in der DDR gefeiert. Heute ist es der Tag der Arbeit. Interessant ist die Geschichte des Feiertages. Als Feiertag wurde er 1933 im Nationalsozialismus eingeführt und Tag der nationalen Arbeit genannt. Das wurde so weitestgehend übernommen, Brandmauern spielen nicht nicht immer eine Rolle. Der Tag hat auch eine Verbindung zu meiner Wahlheimat Osthessen. Einige Arbeiter die 1866 die die Streiks in Chicago zur Durchsetzung des acht Stundentages angezettelt haben, kamen aus Friedewald in Osthessen.
Wir verlassen heute Marakech und das 1. Mai auch Marokko ein Feiertag ist, hoffen wir auf wenig Feiertag in Marakech. Auch wenig Verkehr in Marakech ist, der Verkehr hat hier etwas gewöhnungsbedürftig. Die Marokkaner fahren nicht aggressiv, haben aber eigene Verkehrsregeln.
Gegen 10 Uhr fahren wir los, aber wir fahren nicht Kolonne. Dachten wir noch zu diesem Zeitpunkt. Zum Tanken nutzen wir jede Gelegenheit an großen Tankstellen. Euro Diesel soll überall verfügbar sein, aber wir wollen verschmutzten Diesel vermeiden. Gelegentlich an kleinen Tankstellen wird nicht immer der beste Diesel verkauft. Und im Süden ist das Tankstellennetz recht dünn. Der Lister Diesel kostet zwischen 1,35 € - 1,45 €. Für uns billig, für die Marokkaner teuer. Das Durchschnittseinkommen liegt in Marokko bei. ca. knapp 300 € im Monat.
Heute wollen wir das Atlas Gebirge über 2260 Tizi n'Tichka queren.
Die Anfahrt zum Pass führt auch eine von Landwirtschaft geprägte Landschaft und vor allen von Viehzucht. Wir fahren nicht gleich den direkten Weg sondern nutzen ein Stichtrasse um zu einem Hochplateau zu fahren.
In den Dörfern wird uns fast immer zugewunken, nicht nur von den Kindern. Die Marokkaner freuen sich über Besucher.
Und dann sehe ich was ich nicht für möglich gehalten habe, Ein Frau reitet auf einem Esel und der Mann läuft dahinter. Das muss ein Ergebnis der Arbeit unser hochgeschätzen ehemaligen Außenministerin Annalena Baerbock und Ihrer "feministischen Außenpolitik" sein. Dafür werden die Frauen in Marokko Annalena ewig dankbar sein.
Der Tizi n'Tichka verhindet die Marakech mit dem Saharavorland und war schon früher eine alte Handelstraße. Ausgebaut wurde der Pass in den 1920er Jahren und in den 1960 er Jahren asphaltiert. 2017 bin ich den Pass bereits mit dem Moped befahren. Was damals relativ problemlos war.
Jedoch hat es 2023 ein schweres Erdbeben in Marokko gegeben sowie Anfang des Jahres Unwetter die den Pass schwer beschädigt haben. Nun wird überall gebaut ohne das Pass gesperrt wird. Der Pass ist über lange Strecken eine Schotterstrecke.
Und vor allem staubig......
Wegen Steinschlag in Folge der Bauarbeiten wird der Pass immer wieder gesperrt. Und an solchen Baustellen sammelt sich unsere Gruppe......hier warten die ca. 45 min.....Inschallah.....so Allah will......wir haben Zeit......
Die Marokkaner nehmen es auch mit Geduld......
Wir wollte eine alte Moschee besuchen, auch die wurde duch das Erdbeben beschädigt und ist aktuell eine Baustelle.
Und wieder stehen wir an eine Baustelle, ca. 1 Stunde.
Jana & Mario Volklandt nutzen die Pause und datteln..........als Unternehmer hat man im Urlaub auch keinen richtigen Urlaub....;) . Als ich noch richtig gearbeitet habe also kein Chef war, haben mich Mails vom Chef aus dem Urlaub einfach nur genervt. Später als ich Chef war habe ich versucht immer alles abzuschalten. Den Mail Account, das Arbeitshirn....hat aber auch nicht immer funktioniert. Das Ergebnis habe ich 2024 präsentiert bekommen.
Die Passhöhe erkenne ich nicht wieder. 2017 waren hier einige Cafés, Sovienierstände usw. Heute gibt es nur noch ein Café. Die anderen wurden alle zerstört und damit wurde die wirtschaftliche Grundlage vielen Familien vernichtet.
Ich trinke einen Berber Wiskhy......
Die Hunde haben sich in Mario verliebt......
Die Abfahrt vom Pass war genauso anstrengend wie die Auffahrt........
Die Strecke ist mit normalen Wohnmobilen mit Überhängen aktuell nicht zu befahren. Allrad ist nicht notwendig aber Bodenfreiheit sollten die Fahrzeuge schon haben.
Durch die vielen Baustellen sind wir relativ spät auf unserem Campingplatz in Taroudannt eingetroffen. Das wir uns auf einen Hochplateau in ca. 1200m Höhe befinden wird es nachdem die Sonne untergegangen ist schnell kalt.
Einige reinigen die Luftfilter das es sehr staubig war. Ich mache das nicht das ich einen Schnorchel mit Zyklonfilter noch zusätzlich verbaut habe.
Wir sitzen am Abend noch zusammen, ich ziehe mich bald zurück weil ich müde bin.
Tag 64, Samstag
Die Nacht ist die Temperatur auf 14 Grad gesunken, aber bereits zum Frühstück kommt die Sonne raus und es verspricht ein wamer Tag zu werden.
Heute geht es nach Tafraroute, ca. 180km auf befestigten Straßen. Maroccaravan hat uns drei verschiedene Strecken zur Auswahl vorgeschlagen. Welche ist die schönste? Die die ich fahre.
Zunächst geht es durch den Ort und vor allem müssen wir tanken.Vor allem Geld. Kreditkaren werden hier nicht sehr oft akzeptiert.
Nach der Fahrt über den staubigen Pass gestern ist es auch schön wieder eine "normale" Straße" zu befahren.
Nur die Verkehrsschilder geben manchmal Rätsel auf........Inschallah......
An einen Arganbaum "ernte" ich einige Nüsse. Aus denen wird das sehr teure Arganöl gepresst. Und Ziegen klettern auf die Bäume um die Nüsse zu essen.
Wie aus dem nichts taucht nach und nach der Rest unserer Gruppe auf......
Die Vegetation wird immer karger. Wir fahren durch ein Tal mit einer atemberaubenden Landschaft. Ich lasse einfach nur die Bilder sprechen......die Landschaft macht demütig
Ein Teil unserer Gruppe ist im Anmarsch......;)
An dieser alten Kasbah, die wir uns ansehen treffen wir uns fast alle........
Auf unseren Campingplatz in Tafraoute angekommen muss ich Abends die Markise als Sonnenschutz noch ausfahren. Meine Nachbarn bauen zum ersten Mal ihr Sonnensegel an. Etwas kompliziert aber in aktiver Kommunikation bauen die beiden in einer Atemberaubenden Geschwindigkeit das Sonnensegel an ;). Die Sonne geht bald unter......
Mit meiner Frisur bin schon seit einigen Tagen nicht mehr zufrieden. Von einem mobilen Friseur, der mir erklärt das er ein Schwarzkopf Diplom hat. Das sind die einzigen Worte die auf der Deutsch kann.
Im Ergebnis benötige ich jetzt keine Haar Shampoo, Bürste und Kletteisen mehr.....
Unser Campingplatz liegt im Paradis.......
Zwei aus unserer Gruppe sind zum Islam konvertiert und kleiden sich traditionell. Bin gespannt wie das in Deutschland ankommt.......und an der Grenze.....
Am Abend essen wir Marrokanisch...
Es gibt Haria als Vorsuppe. Eine cremige Gemüsesuppe mit Kicherbsen, Vermiclelli Nudeln und Linsen.
Der Hauptgang ist Seffa, Engelhaarnudeln mit Hühnchen unter eine Haube von Zimt, Puderzucker und Mandeln begraben. Lecker , auch wenn ich kein Zucker essen darf. Heute war mir das egal.
Und danach ein Berber Wiskhy und Gebäck....
Die Köchin freut sich das es uns geschmeckt hat......die Gastfreundschaft ist unbeschreiblich........
Wir genießen den Sonnenuntergang.......
Tag 65, Sonntag
Nach eine ruhigen Nacht genieße ich das Frühstück.
Das erste Ziel heute waren die heute die blauen Steine. Der belgische Künstler Jean Vérame bemalte dort 1984 riesige Granitblöcke mit Unterstützung der Feuerwehr leuchtend blau, rosa und violett. Sie liegen ca. 3 km südlich des Dorfes Agard Oudad in einer Wüstenlandschaft. Ein schöner Kontrast zur Wüste.
Der Weg dahin war schon beeindruckend. Unsere marokkanischer Tourguide Hassan war mit einmal kurz verschwunden. Aber er hat den richtigen Weg für uns erkundet. Marokkanische Gelassenheit und Deutscher Perfektionismus passen nicht immer zusammen. Aber er kam schnell wieder und hat uns den richtigen Weg gezeigt.
Weiter geht die Fahrt in Richtung Schlucht Gorges Ait Monsour.
Immer wieder Kinder am Straßenrand die uns zuwinken.
Wir fahren in die Schlucht. Dadurch das ein Fluss in der Schluch fließt hat sich hier eine üppige Vegetation gebildet. Die im Gegensatz zu der Wüstenlandschaft steht. Das Wasser eine wichtige Quelle unserer Lebens ist, wird mit hier wieder bewusst.
In der Oase machen wir Rast und essen Berber Omelett. Eine anstrengede Piste liegt noch vor uns.
Und wir hinterlassen unseren Rhön Camp Tour Aufkleber.....
Auch hier verfallen Dörfer, die junge
Am Einstieg zur Piste treffen wir uns, die ersten Kilometer sind asphaltiert.
Diese Tiefebene müssen wir durchqueren um nach Tata zu kommen.
Es wird staubig.......ich fahre als zweiter in der Kolone und lasse viel Abstand. Eine Staublunge will ich nicht bekommen.
Die Piste ist mit einmal asphaltiert und dann nach wenigen Kilometer durch einen Erdwall gesperrt. Wenden nicht möglich. Also schaufeln wir den Haufen gemeinsam weg. Gemeinsam heist das ich die Arbeiten koordiniere.....
Auch die Gleichstellung hat nicht funktioniert. Nur die Männer schaufeln........
Das Hindernis ist bald überwunden, es geht weiter auf der Piste die dann wieder ein Asphaltweg wird. Die Autos und wir sind auch schmutzig genug.......
Auch die heutige Tour die Maroccaravan für uns geplant hat war wieder ein Erlebnis. Die vielen Eindrücke muss ich erst noch verarbeiten.
Auf unseren Campingplatz lassen wir den Abend ausklingen, Wein geht immer. Es wird eine heiße Nacht werden. Nachdem Sonnenuntergang sind noch 28 Grad, plus.
Tag 66, Montag
Heute ist kein Fahrtag. Ich ruhe mich einfach uns aus, Baue mir einen Sonnenschutz und genieße die Hitze und höre den Muezzin zu. Die Moschee ist direkt hinter mir. Was für ein Glück. .......Meht passiert nicht.
Kommentar hinzufügen
Kommentare