Nachtrag zum Tag 42
Auf dem schönen Übernachtungsplatz habe ich wie so oft noch interessante Leute kennengelernt.
An einem Wohnmobil habe ich einen "Engerling" Aufkleber neben vielen anderen (u.a. Monokel) gesehen. Mit dem Camper kam ich schnell ins Gespräch. Er kommt aus der Lausitz und ist in Spanien u.a. zum Angeln unterwegs.
Seine große Leidenschaft ist allerdings die Musik. Und vor allem die als Ost Band "Engerling".
Engerling war in der ehemaligen DDR eine bekanntesten Rock-Blues Band's. Größter Hit der Band in den 80er "Mamma Wilson".
Ein Blues über die Mutter des früh (1970) verstorbenen US. Blues Sänger von Canned Heat, Al Wilson. In der DDR ein Lied über einen weißen US Blues Sänger zu singen war fast unmöglich. Engerling wurde so in der DDR Blueszone zur Legende, lehnten die Vereinnahmung durch den Staat allerdings ab. Der große kommerzielle Erfolg blieb somit verwehrt.
Die Band ist bis heute immer noch äußerst erfolgreich u.a. mit Mytch Rider und Uschi Brüning unterwegs. In den letzten Jahren habe ich einige Konzerte von Engerling besucht. Immer ein Erlebnis und besser als diese RumBumRumBum "Musik" oder der ganze KI generierte Schwachsinn.
Und wir haben uns bis spät in der Abend über Musik unterhalten und dabei unsere Biervorrat dezimiert.
An meinen Wohnmobil klebt jetzt hinten an der Klappe auch ein Engerling Aufkleber.
Tag 43, Sonntag
Ich habe beschlossen weiter in das Landesinnere zu fahren.
Besuche aber noch den Brunnen an die Schiffe von Kolumbus mit Wasser gefüllt wurden. Leider konnte ich hier kein Wasser auffüllen. Der Brunnen ist versiegt und ein wenig vermüllt.
1992 zum 500jährigen Jubiläum wurde hier einiges saniert bzw. "Tourismusgerecht" hergerichtet Aber seitdem verfällt das wieder, bis zum nächsten Jubiläum.
Dann habe ich noch die Kirche besucht vor welcher Kolumbus die Namen der Matrosen verkündete. Entgegen diverser filmischer Darstellungen wurden keine Strafgefangenen den man die Freiheit nach Reise versprach, auf das Schiff verpflichtet.
Die Seeleute waren alle erfahren, bei so einer Reise war es wichtig das Fachleute mit an Bord waren. Frauenquote etc. kannte man damals noch nicht.
Die Kirche war leider geschlossen.
Gegen Mittag fahre ich weiter Richtung Nordosten.
In Aracena, ein Kleinstadt die früher durch Bergbau geprägt wurde und in der heute hochwertige Schuhe gefertigt werden ist beschaulich und von den Touristenmassen verschont. Noch.
In der Stadt waren viele mit einem Pferd unterwegs. Wegen der hohen Kraftstoffkosten? Für einen Liter Diesel habe ich heute 1,66 € bezahlt.
Und wie immer in Spanien spielt sich das Leben in den Bar's und Restaurants ab.
Tag 44 Sonntag
Eigentlich wollte ich gestern noch bis Minas de Riotinto fahren, aber nach dem Stadtbummel in Aracena, es war spät gewurden hatte ich keine Lust mehr. Und ich hatte einen ruhigen Übernachtungsplatz in der Stadt gefunden in unmittelbarer Nähe zu einer Bar. In der dann "versackt" bin. Die Spanier sind "Fremden" gegenüber offen und freundlich. Selbst sollte man natürlich auch über diese Eigenschaften verfügen.
Heute geht es weiter nach Minas de Riotinto.
Der Name impliziert dass es sich bei diesem Ort und um eine Mine handelt. Stimmt. Aber nicht nur das.
Der Ort ist die Wiege des Spanischen Fussballes. Nun bin ich nicht der allergrößte Fussballfan, eigentlich habe ich überhaupt keine Ahnung vom Fussball. Mitbekommen habe ich dass die vergangenen Tage eine Mannschaft die sich BAYERN München nennt, es spielt tatsächlich nur noch "Bio Bayer" in der Profi Mannschaft, 2x gegen Real Madrid gewonnen hat. Was mich nicht sonderlich berührt hat.
Minos de Riotonto ist ein Bergbau Ort. Die Mine wurde 1873 von den Engländern übernommen. Der Ort war damals sehr abgelegen und die Engländer fanden Zerstreuung beim Fussball spielen. Das wurde am Anfang von den Eingeborenen mit Skepsis und Belustigung angenommen dass versucht wird ein Kugel mit Fußtritten zwischen zwei bewachte Pfosten zu schießen (mich befremdet das bis heute). Und die Mütter haben den Töchtern verboten diesem seltsamen treiben zu zusehen weil die Spieler in seltsamen kurzen Hosen gespielt haben.
1878 hat die Bergewerksgesellschaft die erste Fussballmanschaft gegründet. Gegen Ende des 19. Jh. wurde dann die Fussball Leidenschaft geweckt. in den 20er Jahren gab es dann in der 12 000 Einwohner zählenden Stadt über 20 Fussballvereine.
Heute ist von Leidenschaft beim Fussball nichts mehr übrig. Es dreht sich alles nur noch um das Geld. Man sieht es vor allem daran dass die WM in einigen Wochen in USA durchgeführt wird obwohl die einen Völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führen. Russland wurden in den letzten 15 Jahren für viel geringere Vergehen sanktioniert. Aber wie hat schon B. Brecht in der Dreigroschenoper geschrieben "Erst kommt das Fressen dann die Moral". Auch unsere Rüstungsindustrie verdient an diesem Krieg kräftig mit.
Aber es hier immer noch eine große Mine. Hier wurde Kupfererz, Mangan und seltene Erden abgebaut. Die letzte Mine wurde im Jahre 2001 wegen der enormen Umweltbelastung geschlossen.
Aber der Profit ist wichtiger. Im Jahre 2016 wurde die Mine wieder eröffnet. Und seitdem wurde die Mine ausgebaut und ist heute einer größten in Europa. Über 250m tief wird hier rund um die Uhr gefördert. Mit fatalen Auswirkungen für die Umwelt.
Die Mine ist beeindruckend, für mich aber auch beängstigend.
Relativ schnell kam ein Wachdienst und haben mich zum verlassen des Geländes aufgefordert. Da ich fotografiert habe fanden die nicht so toll......
Meine nächste Station ist Alomonster, eine kleine Stadt im Andalusischen Hinterland.
Ich schaue mir die schöne Altstadt an. Maurische Reste sind hier überall zu sehen.
Geplant hatte ich vor alte ehemalige Umayyaden Moschee auf dem Berg zu besuchen. Umayyaden Moscheen weisen große Ähnlichkeiten zu christlichen Kirchen auf. Die bekannteste steht in Syrien bei Aleppo und wurde 2006 vom Papst Benedikt besucht. Weil in dieser Moschee eine Hand von Joahnnes dem Täufer aufbewahrt sein soll den bekanntlich Christen und Moslems gemeinsam verehren.Hier muss ich auf meinen Bericht von der Kaukasus Tour 2025 verweisen, Johannes der Täufer hat vermutlich über mehr als zwei Hände verfügt.
Ich fühle mich den ganzen Nachmittag nicht wohl und beschließe nicht den beschwerlichen Weg auf den Berg zur Moschee zu laufen und fahre weiter nach Aracena wo in ich in der Stadt einen offiziellen Wohnmobilstellplatz finde.
Mittlerweile fühle ich mich immer unwohler und versuche früh zu schlafen.
Tag 45 Montag.
Irgendetwas hat meinen Magen-Darm Trakt angegriffen. Details werde ich beschreiben. Nur so viel. Die halbe Nacht saß ich auf der Toilette und musste mich auch mehrmals übergeben.
Am frühen Morgen beruhigen sich o.g. Organe ein wenig und ich kann noch einige Stunden schlafen.
Dennoch fühle ich mich am Morgen wie durch den Fleischwolf gedreht. Ohne Frühstück versuche einen einen kleine Stadtbummel zu machen. Fühle mich aber etwas schwach. Aber das Städtchen ist schön.
An solchen "Waschsalon" haben früher die Frauen die Wäsche gewaschen. An den Steinen die Wäsche zu schrubbeln muss sehr anstrengend gewesen sein.
Wie gut das 1901 ein Herr Carl Miele aus einem Butterfass die erste Waschmaschine entwickelt. Eine große Entlastung für die Frauen ;).
Der Spaziergang hat mir gut getan. Ich fühle mich fit genug um weiterzufahren.
Und genieße die schöne Landschaft auf leeren Straßen........
Mein Ziel war die alte Stadt Carmona.
Leider habe ich keine Park- bzw. Übernachtungsplatz gefunden. Direrkt an einer Haupstrasse wollte ich nicht übernachten.......
Schade, die Stadt soll sehr schön sein.
20km weiter in Märchena finde ich an einem Sportplark bzw. Spielplatz einen ruhigen Übernachtungsplatz.
Bemerkenswert finde ich die Hinweistsafel an einem Spielplatz.
Der Spielplatz ist für Kinder von 5 -12 Jahren. Und hat geöffnet von 08:00 Uhr - 00:00 Uhr !!
Tag 46, Dienstag
Endlich konnte ich wieder durchschlafen und bin erst gegen 09:00 Uhr wachgeworden.
Heute ist ein "Fahrtag" Durch die schöne Andalusische Landschaft mit vielen Olivenhainen geht es nach El Chorro.
In El Chorro finde ich überraschend am Rande eines Parkplatzes einen schönen Platz mit Blick auf dem Stausee.
Der Stausee ist hier ein Pumpspeicher Kraftwerk. Ist viel Strom vorhanden, wird das Wasser dem Berg hinaufgepumpt. Wird Strom benötigt wird das Wasser über Röhren Berg ab zu den Turbinen geleitet und Strom erzeugt.
Hier in der Nähe bedindet sich das Ende des Caminito del Rey. Bekannt als der gefährlichster Wanderwerg der Welt.
Tickets für den Wanderweg, der Zugsand ist begrenzt können nur online gebucht werden. Und die sind die nächsten Wochen ausgebucht. Über Reiseagenturen können allerdings geführte Touren, auch kurzfristig gebucht werden. Ein Schelm der böses dabei denkt.
Mir blieb nichts anderer übrig als eine geführte Tour mit einem deutschprachigen Führer zu buchen. 50 €, das 3-fache des Eintrittspreises.
Egal, ich freue mich darauf.
Ich mache Nachmittags noch eine Erkundungstour und bin überdie Massen an Touristen erstaunt die hier am Ende des Weges ankommen.
Tag 47, Mittwoch
Mitten in der Nacht muss ich aufstehen und zum Treffpunkt laufen. 09:00 Uhr muss ich am Treffpunkt sein. Wir sind ca. 10 Wanderer und unser Führer ist eine Frau Führer ;).
Mit einem Shuttle Bus geht es zum Startpunkt, wir müssen durch ein langen Tunnel laufen bis wir am Eingang sind.
Am Eingang bekommen wir Helme (Pflicht) und dann geht es los.
Der Caminito del Rey war ursprünglich ein Weg den Bau
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