Nachdem ich ca. 3 Wochen mit Rhön Camp und Maroccaravan in Marokko unterwegs war, ist es nun Zeit ein kurzes Fazit zu ziehen.
Das Fazit ist meine Sicht auf die Reise. Andere Reiseteilnehmer habe möglicherweise eine andere Einschätzung zu der Reise. Und das ist auch gut so.
Das Fazit den Lesern vielleicht helfen eine Entscheidung für ein Rhön Camp Fahrzeug / Gruppenreise oder Marokko zu treffen.
Mercedes Benz Sprinter-Fernreisetauglich?:
Die Frage lässt sich nicht einfach oder vielleicht auch überhaupt nicht beantworten. Die heutigen Fahrzeuge die von den Reisemobil Herstellern als Basis Fahrzeug verwendet werden sind , egal von welchen Hersteller mit Elekronic, Sensoren etc. ausgerüstet und damit fahrende Computer. Ursachen sind die EU Abgas- und Sicherheitsvorschriften (Assistenzsysteme).
Sind die Fahrzeuge heute dadurch unzuverlässiger?
Hier muss ich eine Anekdote zum besten geben. Mein Opa mütterlicherseits hat immer vor den neumodischen Autos gewarnt und behauptet das die neuen Farzeuge nichts mehr taugen. Nun ist mein Opa leider vor 51 Jahren verstorben. Als die Entscheidung für ein Wohnmobil bei mir anstand, kam für mich nicht in Frage irgend ein altes Auto (Vario) zu kaufen und das wieder herrichten zu lassen. Diese Autos verfügen zwar über kleine Elektronik aber die Mechnik ist anfällig und Ersatzteile sind kaum noch zu bekommen. Vom Fahrkomfort ganz zu schweigen.
Überlegen muss man was für Fahrgestell die Basis für eine Reisemobil die Basis sein soll. Das Rhön Camp die Mercedes Sprinter Fahrgestelle verwendet ist sicher ein Vorteil. Weil:
- - Service und Werkstattnetz ist weltweit vorhanden (in Nordamerika werden für Ersatzteile andere Teilenummern verwendet aber können mittlerweile umgeschlüsselt werden)
- Akzeptable Qualität der Technik, wenn auch hier noch Luft nach oben ist
- Ersatzteile auch noch lange nach Produktionsende verfügbar
- Ersatzteile werden auch per Express in das Ausland versendet, allerdings kann es passieren das außerhalb der EU Ersatzteile im Zoll "hängenbleiben".
- Sehr guter Fahrkomfort
- Robuste, bewährte Mechanik
Nachteil
- Diverse Sensoren teilweise störanfällig, Austausch auf Kulanz.
- leider keine proaktive Information vom Mercedes wenn z.b. Sensoren verbessert werden
- Steuergerät im Fußraum der A-Säule insbesondere bei Kastenwagen durch Nässe störanfällig, MB bietet hier eine Abdeckung an
- kein Wagenheber mehr an Bord, auch Halter dafür unter dem Beifahrersitz wurde eingespart
- obwohl der Rostschutz verbessert wurde, sollten zusätzlich die Hohlräume (Mike Sander Fett) und der Unterbodenschutz einen zusätzlichen Schutz erhalten
- aktuell machen die Bremsankerplatten (hinten) Probleme, bei mir waren die nacht 65 000 km durchgerostet
- Batterie wird auch im ausgeschalteten Zustand belastet deswegen den Ruhezustand bei längeren Standzeiten (>3 Tage) aktivieren
- Bei zu geringer Bordspannung können die Steuerteile evtl. nicht miteinander kommunizieren, dass kann zu Fehlermeldungen führen.
Um sich bei Elektronik Problemen selbst zu helfen, macht es Sinn sich einen OBD anzuschaffen mit dem man evtl. Fehler zurücksetzen bzw. neue Sensoren anlernen kann. Mir hat mein OBD Gerät hat mir schon einige Mal geholfen
Welche Ersatzteile sollte man mitnehmen?
Grundsätzlich sind alle Verschleißteile fast weltweit in den Werkstätten verfügbar bzw. können schmell beschafft werden. Sinn macht es anfällige Sensoren wie die Differenzdrucksensoren vom DPF oder NOX Sensoren (AddBlue) mitzunehmen. Für die NOX Sensoren ist ein spezieller Schlüssel zum Wechsel notwendig. Ein Satz Sicherungen (auch für den Aufbau) sollte nicht fehle
n. Was man sonst noch mitnehmen sollte liegt im persönlichen Ermessen. Innerhalb Europas und angrenzender Länder bekommet man alles relativ schnell. Beachtet werden sollte bei Neufahrzeugen, dass die Werksgarantie (MB) möglicherweise nur innerhalb Europa gilt. Auf der Reise hatte ich keine Ersatzteile dabei. Inschallah.
Welche Reparaturen hatten wir während der Reise an den Fahrzeugen)
Bei meiner Tante Inge musste ich während der Anreise in Spanien die hinteren Bremsen instandsetzen lassen (siehe Reisebericht).
Bei einem Fahrzeug hat es in Marokko gleich zu Beginn der Reise eine Fehlermeldung der Motorelektronik gegeben und das Fahrzeug ist im Notlauf gefahren. Wir waren von einem defekten DPF Sensor augegangen. In Casablanca stellte sich heraus, dass aber der AGR Regelsensor defekt war. In der freien Werkstatt war der Sensor neu nicht vorrätig, aber die Werksatt hat innerhalb kurzer Zeit einen gebrauchten Sensor aufgetrieben, Der Sensor hat Problemlos bis zum Ende der Reise gehalten.
Bei meiner Tante Inge ist Marokko eine Felge gerissen was zum schleichenden Luftverlust führte. Die Felge wurde in der Marokkanischen Spezialreifen Werkstatt geschweißt und ab dann als Ersatzrad verwendet.
In PanAmerica Forum hatte ich gelesen, dass es scheinbar immer mal Probleme mit den Sprinter Stahlfelgen gibt (scheint aber nur eine gewisse Serie betroffen sein). Was mache mit der Info? Inschallah
Kurz vor dem Ende der Reise gab einem Fahrzeug noch einen Schaden. Der Mercedes Stern am Frontgrill war mit einmal weg. Ob der gemaust oder verlorenen wurde haben wir nicht rausbekommen. Das Fahrzeug funktionierte dennoch problemlos. Nur der Fahrer kam mit dem Verlust nicht zurecht und wurde für den Rest der Reise depressiv :).
Das war alles an Reparaturen an den Fahrzeugen. Das heißt für mich die Mercedes Sprinter sind zuverlässig wenn auch nicht ganz ohne Mängel. Wenn ich auch berücksichtige wieviel Kilometer wir und unter welchen Bedingungen wir mit den Sprintern zurückgelegt haben dann ist das ein gutes Resultat. Ich glaube das waren die Fahrzeuge früher reparturanfälliger (Blattfedern, Kupplung, Achsschenkel usw.) .
Mario Volklandt hat nach Reise alle Mängel / Reparaturen an den Fahrzeugen aufgenommen (auch die nicht bei der Reise aufgetreten sind) und wir dies bei Mercedes ansprechen.
Rhön Camp Aufbau:
Auf unsere Reise waren sieben Rebell und 3 Force von Rhön Camp im Einsatz mit unterschiedlichen Baujahren.
Als wir nach Marrakech die festen Straßen verlassen haben und Piste mit "Wellblech" und vielen Schlaglöchern und später in den Sanddünen gefahren sind, das teilweise Studentenlang, habe ich mich gefragt warum sich das Jana und Mario Volklandt antun und gemeinsam mit den Kunden der von ihnen gebauten Fahrzeuge solchen Belastungen aussetzen. Ich glaube das macht kein anderer Hersteller.
Halten die Fahrzeuge, insbesondere die Möbel, der Verschraubung der Kabine auf den Fahrgestell usw. Evtl. Schäden jeden Abend mit Kunden auswerten und vor allem reparieren, dass kann eine Herausforderung werden.
Mario Volklandt hatte jedenfalls den großen Werkzeugkoffer dabei. Und Ersatzteile. Leider nicht immer die richtigen. Aber er lacht (noch) auf dem Foto zu Beginn der Reise.
Um es kurz zu machen. Es gab kleinere Reparaturen an den Fahrzeugen. Aber es waren keine größeren Sachen. Bei zwei Fahrzeugen gab es Probleme mit dem Regal in der Heckgarage. Es lösten sich die Verschraubungen, interessanterweise auch bei dem Fahrzeug von Jana und Mario Volkandt. Ursache war anscheinend ein Montagefehler. Beide Schäden wurden schnell von Mario Volklandt behoben.
Bei einem Fahrzeug hat sich bereits in Spanien ein Scharnier von der Tür am Schrank im Bad gelöst. Auch dieser Schaden konnte schnell behoben werden. Das war alles was ich an Schäden an Möbel und Aufbau mitbekommen habe.
Zulieferteile:
Nicht repariert werden konnte der defekte E-Schalter einer Trittstufe, den hatte Mario nicht in seinem Koffer. Warum nicht? Aber für die Leiter konnte ein Ersatz beschafft werden. Ein Trennrelais ist ausgefallen, das konnte überbrückt werden. Und bei einem Teilnehmer wurde die Wasserpumpe im Aufbau (war vor der Reise abgesprochen) gewechselt, der Frostschutzwächter wurde überbrückt weil undicht. Bei den Temperaturen kein Problem. Im Anschluss machte dann die UV Lampe der Wasserversorgung Probleme (Fehlermeldung).
Bei einem Force ist das elektrische Aufstelldach ausgefallen und lässt sich nur noch manuell aufstellen.
Bei zwei Fahrzeugen gab es Probleme mit dem Unterfahrschutz. Bei einem war der Schutz am Differential nicht richtig montiert. Und unser Zahnarzt monierte Dröhngeräusche vom Unterfahrschutz Motor. Wobei ich glaube das unsere Zahnarzt besonders sensibel ist bzw. er Lust zum Schrauben hatte. Wenn ich nur daran denke welche Geräusche der Bohrer beim Zahnarzt macht......das war ihm dann vielleicht zu viel ;).
Wie ich nebenbei mitbekommen hatte wurden die festgestellten Mängel den Entwicklern bzw. Produktionsleiter nach Schildeck übermittelt.
Das Mario Volklandt manchmal sehr emontial reagieren kann wenn mal etwas nicht klappt haben wir mitbekommen. Als er wollte das in der Egg Cheggaga die Fahrzeuge für die Nacht im Kreis als Wagenburg aufgestellt werden sollten und unsere Auffassungen mit dem Auffassungen von Mario Volklandt darüber was ein Kreis ist, nicht übereinstimmten. Den Spott darüber musste er gelegentlich während dem Rest er Reise ertragen.
Gruppenreise:
Ich habe zum ersten Mal an einer Gruppenreise teilgenommen, für nicht als "Reiseautist" war das eine Herausforderung. Das war mir aber bereits vor der Reise klar.
Und ich hatte dennoch viel Spaß. 10 Fahrzeuge (davon 3 Einzelfahrer) war genau die richtige größe. Der größte Teil davon war die Generation der Baby Boomer. Mit Hajo, der bereits 75 ist und die halbe Welt mit verschiedenen Wohnmobilen bereist hat und heute im betreuten Wohnen (!) lebt gab es einen Ausreiser nach oben. Und die jüngsten waren um die 40 bzw. jünger. Und das hat sehr gut gepasst. Die Gruppe hat sehr gut mit einander harmoniert. Wir haben viel, auch über uns selbst, gelacht. Sicher muss man mal zurückstecken, aber die Dynamik der Gruppe reist einen dann wieder mit. Vom Vortei war sicher auch das wir alle Fahrzeuge vom selben Herstellen fahren. Und die Inhaber von Rhön Camp selbst Teilnehmer der Reise waren. Das ein Inhaber ein Reisemobilbaufirma selbst mit Kunden seine Fahrzeuge "testet" ist selten wie Einhorn. Aber es gibt sie.
Die Offroad Touren waren sehr gut ausgesucht. Ich war erstaunt was die Sprinter alles können. Das hat auch "echte Overländer" die wir unterwewegs getroffen haben, überrascht. Die Sprinter können mehr wie ich. Auch der eine Sprinter mit dem langen Randstand den wir in der Gruppe hatten, hat alle Offroad Passagen hervorragend bewältigt. Lag aber auch an einem erfahren Fahrer und Beifahrerin ;).
Maroccaravan (https://www.maroccaravan.de)
Maroccaravan stand vor der Aufgabe für eine Gruppe von Individualisten eine Reiseroute auszuarbeiten die uns u.a. Offroad in die die Wüste und in den Atlas führt. Und wir dabei nicht nur zu Touristenhotspots. Und ein wenig Kultur sollte auch dazu gehören. Und das ist Maroccaravan sehr gut gelungen, Am Anfang war ich ein wenig enttäuscht das Eva die Reise nicht selbst geleitet hat. Aber mit Hassan hatten wir einen guten Marrokansichen Guide der sich in der Wüste hervorragend auskennt und immer und überall jemanden kannte. Und mit Hassan haben wir ein wenig zum marrokansichen Umgang mit der Zeit gelernt ;). Sein Spruch werde ich so schnell ich nicht vergesse: Die Deutschen haben die Uhr wir Marokkaner die Zeit. Als in der Erg Chebbi wegen dem Wüstensturm die Stimmung ein wenig zu kippen drohte, haben uns Eva und Hassen wieder eingefangen. Mit Maroccaravn habe ich Orte kennengelernt die ich sonst nicht kennengelernt hätte. Einzig das Timing für Fes war nicht optimal. Freitag ist die Stadt nach dem Gebet wie ausgestorben.
Maroccaravan bietet mehr Reisen an, auch für "normale" Wohnmobile. Hinweis: Für den Link zu Maroccaravan erhalte ich keine Geld. Generell dient meine Heimseite nicht zur Erzielung von Einnahmen)
Marokko
Marokko ist ein sicherer Reiseland und kann auch ohne Probleme individuell bereist werden. Für das Fahren in die Wüste oder auf Nebenstrecken sollte das Fahrzeug über 4x4 Antrieb und genug Bodenfreiheit verfügen. Am besten eigenen sich dazu die Fahrzeuge von Rhön Camp ;).Man sollte nicht allein in die Wüste sondern mitbeinem Guide fahren. Eine Campinginfrastruktur ist vorhanden. Wenn auch die Campingplätze manchmal recht einfach sind. Versorgung mit Lebenmitteln ist ausreichend, man sollte um die Landbevölkerung zu unterstützen auf Märkten kaufen. In größeren Städten gibt es in Supermärkten auch Alkohol zu kaufen. Die Versorgung mit Euro Diesel ist gesichert, man sollte aber nur an großen Tankstellen (Shell, Total, Afriqui) tanken. Nicht immer kann man mit Kreditkarte bezahlen. Add Blue sollte man mitführen. Der Straßenverkehr ist außerhalb der Städte übersichtlich, in den Städten nicht. Die Straßen sind im guten, die Nebenstrecken manchmal im schlechten Zustand. Die Geschwindigkeiten sollte man einhalten. Die Marokkaner sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit. Auf Märkten bzw. Touristenhotspot manchmal etwas anstrengend. Bettelnde Kinder sind im Süden sehr unaufdringlich, im Norden leider nicht. Aufgefallen ist mir, dass im Vergleich zu 2017 bedeutend weniger Müll rumliegt. Hiet hat sich einiges getan. Streunende Hunde sieht man auch sehr selten. Im Marokko leben überwiegend Muslime die aber teilweise die Religion sehr locker auslegen. Es gibt auch jüdische und christliche Gemeinden. Englisch ist in Marokko fast kein Problem mehr. Fast alle sprechen französisch.
Es war eine tolle Reise die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Auch wegen der Gruppe. Einige werde ich auf der Abenteuer Allrad Messe (ich bin die ganze Zeit am Stand von Rhön Camp) wiedertreffen. Oder beim Rhön Camp Allrad Training in Bad Kissingen.
Aktuell bin ich noch in Spanien und freue mich auf die nächste Reise. Die eigentlich auf die Arabische Halbinsel gehen solle......wenn es da nicht diesen durchgeknallten Präsidenten geben würde.
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