Tag 75, Mittwoch
Heute ist ein "Ruhetag". Nach dem Sandsturm in der Wüste muss der Sand wieder aus den Autos. Es wird wahrscheinlich Jahre dauern bis der Sand raus ist....
Der Motor ist auch schön verstaubt. Mittels Druckluft versuche dich den Motorraum auszublasen. Leider platzt mir zum zweiten Mal der Druckluftschlauch. Soll eigentlich bis 11bar halten, tut er aber nicht. Aber der Schlauch war günstig.
Den Luftfilter muss ich nicht reinigen, Dank des Schnorchel und des Zyklonfilters kommt nicht allzuviel Staub am Luftfilter an. In Deutschland muss ich mir manchmal wegen dem Schnorchel gehässige Kommentare anhören wie "wo ich so tief in das Wasser fahren will"? Die haben keine Ahnung, der Schnorchel soll die Luft in einem "Staubarmen" Bereich ansaugen und vorfiltern und nicht bei Wasserdurchfahrten dafür sorgen das kein Wasser in den Ansaugtrakt eindringen kann.
Am Nachmittag unternehmen wir eine kleine Wanderung zu einer Berberfamilie. Ich halte nichts von solchen "Showveranstaltungen". Aber die Berber leben tatsächlich so und es wurde nichts für Touristen extra veranstaltet. Ein einfaches Leben ohne Luxus. Burn Out, Bluthochdruck und Übergewicht haben die Berber nicht. KI und Klimawandel spielt keine Rolle.
Tag 76, Donnerstag
Der Ruhetag hat uns allen gut getan. Erstaunlicherweise regent es früh. Vor einigen Tagen haben wir noch im Wüstensturm gesessen und nun Regen. Der Regen ist aber angenehm da es nicht kalt ist.
Über zwei Pässe im Atlas (2178m Höhe) fahren wir nach Azrou. Jeder fährt für sich. Die Straße ist gut ausgebaut und es bleibt ein wenig Zeit für Fotostopps.
Zum Mittagessen treffen wir uns in diesem hübsch eingerichteten Restaurant.
mit einem Kamin.........
hier wird noch mit alten Siemens Telefonen analog telefoniert.....
Und mal keine Tajine......
Gestärkt fahren wir nach dem Essen zu einer Lost Place, die verlassenen Ahouli Minen. Die alte Straße ist mittlerweile eine Piste und ab der Mine wissen wir nicht wie der Zustand ist. Notfalls müssen wir umdrehen und die ganze Strecke zurückfahren.
Die Strasse wird immer schlechter, für unsere Autos aber kein Problem.
Der Esel schaut überrascht, so viel Fahrzeuge scheinen hier nicht vorbeizukommen.
Das könnte auch in Deutschland sein.....schlechte Straße, keine Verkehr aber ein Schild aufstellen.....
Am Lost Place angekommen finden wir sofort einen Parkplatz.....
In den Alhouli Minen wurde Blei, Antimon (selten) und Galentit ab 1928 abgebaut. Bis zu 1500 Menschen arbeiteten und wohnten hier. Anfang der 70er Jahre wurde die Mine kurzfristig aufgegeben. Die Weltmarktpreise für Blei waren gefallen. Und Marokko hatte ein wichtiges Exportgut (das Bleierz wurde über Casablanca verschifft) verloren. Und viele Menschen ihre Arbeit.
Heute arbeiten wieder Marokkaner ohne Genehmigung in der Mine und fördern Kristalle, Pyrit und andere Rohstoffe ohne Genehmigung unter schlechten Bedingungen in der Mine.
Die Stollen wurden bis zu 7km in der Berg getrieben.
Mit einem Arbeiter laufen wir über ein alte Förderbrücke in einen Stollen. 2km wird uns gesagt. Sicherheitsvorkehrungen? Die waren sehr übersichtlich. Es gab keine.
Ein Arbeiter schenkt mir später noch einen kleinen Stein aus Katzengold (Pyrit).
Ganz wohl ist uns in dem Stollen nicht. Und viel gibt es nicht zu sehen.
Nach dem wir eine ganzes Stück gelaufen sind sagt der Arbeiter der uns führt, dass es noch 3km bis zum Ziel sind. Eigentlich sollten es nur 2km insgesamt sein. Wir beschließen umzukehren.
Plötzlich kommt ein Moped aus dem Tiefen des Stollen. Ein Arbeiter fährt mit dem Moped sein geschürftes Gestein aus dem Stollen. Ca. 50 kg - 100 kg
Wir sind froh das wir unbeschadet aus dem Stollen wieder rausgekommen sind. Es war ziemlich glatt und Licht hatten wir auch nicht viel.
Alte Lohren, seit über 50 Jahren nicht mehr in Betrieb.....
Lt. den Minenarbeitern soll die Strecke ab der Mine weiter befahrbar sein. Gleich zu Beginn hängen Äste im Weg. Endlich funktioniert die Gleichstellung, die Mädels kommen zum Einsatz ;). Sehr wirksam.
Es folgt eine staubige Piste mit vielen Steigungen die sich aber gut befahren lässt. Mittlerweile haben wir uns an solche Strecken gewöhnt.......
Nach ca. einer Stunde verlassen wir die Piste und fahren wieder auf Asphalt.
Dann tauchen plötzlich frei lebende Berber Affen auf. Ich halte die mir lieber auf Distanz, ich mag keine Affen.....
Angekommen auf unseren Campingplatz in Azrou ziehen sich die meisten ziemlich schnell in ihre Fahrzeuge zurück. Wir sind immer noch im Atlas auf über 1500m Höhe......
Tag 77, Freitag
Heute fahren wir weiter nach Fes. Es ist immer noch bewölkt, für eine Stadtbesichtigung genau riechtig.
Wie in allen Städten in Marokko ist der Verkehr Gewöhnunsbedürftig. Jeder fährt nach seinen eigenen Regeln. Nichts für uns an Regeln gewöhnte Deutsche. Aber aggressiv wird nicht gefahren.
In Fes, die Stadt liegt an einem Hang und es gibt im Zentrum wenig Parkplätze wurde für uns Parkplätze reserviert und ein Stadtführer organisiert. Hier könnten wir auch übernachten, entscheiden uns abes später dagegen.
Fes in der Sprache der Berber auch Tamazight genannt und geschrieben ⴼⴰⵙ is die älteste der vier Königsstädte und gilt als geistiges Zentrum des Islamischen Westens. Bei meinem Besuch in 2017 habe ich Fes als quirlige Handelsstadt kennengelernt. Da es dieses mal nicht so sein wird ahne ich zu diesem Zeitpunkt nicht.
Mit unserem Führer gehen wir zuerst in einen abgelegen Teil der Altstadt.
An der Form der Straßenschilder kann man erkennen ob sich um eine Sackgasse
oder um einen Durchgangsstrasse handelt. Mir hilft das nicht weiter, ich habe schon die Orientierung verloren.....
Artischocken
Hier werden die Gockel*innen frisch vor Ort geschlachtet.......
Wir können einen Blick in die al-Qarawīyīn Moschee die zur gleichnamigen Universität gehört und 879 gegründet wurde, werfen. Nicht Muslime haben keinen Zutritt.
Die Stadtführung beinhaltet natürlich auch den Besuch eines Gewürzgeschäftes.,......
und eines Tuchgeschäftes. Ich bin froh sitzen zu können und kaufe nichts von den überteuerten Touri Produkten.......
Und mit einmal zieht Ruhe in der Altstadt ein. Es ist Freiag und um 13 Uhr findet das für Muslime wichtige Freitagsgebet statt. Und danach wird nicht mehr gearbeitet. Schade. Schlechtes Timing für einen Stadtbesuch in Fes.
Wenigstens die Restaurants haben geöffnet.
Nachdem Essen schauen wir uns noch das "Lederviertel" an. Nachdem Freitagsgebet wird hier noch gearbeitet. Die Gerüche sind nichts für mich.....
Da der Parkplatz nicht schön zum Übernachen ist, beschließen wir auf einen Campingplatz Richtung Chefchauen zu fahren. Seltsamerweise ist an der Strasse obwohl Freitag ist, ein Markt.
Die Landschaft wird hier im Norden Marokko zunehmend "Europäischer".
Auf dem Campingplatz freundet sich unser Tourhund, der sonst sehr "introvertiert" ist, noch mit Hajo an. Möglicherweise hat der Hund auch nur Durst.
Tag 78. Samstag
Heute ist unser letzter gemeinsamer Tag in Marokko. Den verbringen wir in Chefchauen, nicht allzuweit von unserem Campingplatz entfernt.
Auf der Fahrt nach Chefchauen passiert noch etwas unschönes. Als ich bei bettelnden Kinder nicht anhalte werde ich bzw. Tante Inge mit Steinen von den Kindern beworfen. Andern aus der Gruppe geht es genauso. Schade, dass trübt ein wenig mein Bild von Marokko. Obwohl die Ursache mir klar ist.
Blick auf Chefchauen.....
In Chefchauen sind die Häuser blau angestrichen. Dafür gibt es viele Vermutungen:
- Jüdische Tradition: Historiker vermuten, dass jüdische Flüchtlinge, die in den 1930er-Jahren vor Verfolgung flohen, die Häuser blau strichen. In der jüdischen Tradition steht Blau für den Himmel und soll die Menschen an Gott und das Göttliche erinnern.
-Mückenschutz: Die Einheimischen nutzen das blaue Pigment, da die Farbe Insekten und Stechmücken effektiv abschrecken soll.
-Klimatischer Schutz: Das kräftige Blau reflektiert das Sonnenlicht und trägt dazu bei, dass die engen Gassen und Häuser an heißen Sommertagen angenehm kühl bleiben.
- Glaube und Schutz: Nach islamischen Lehren sowie regionalen Überzeugungen wird Blau auch als Schutzsymbol gegen den "bösen Blick" und Unglück angesehen.
Das wahrscheinlichste:
Tourismus: Nicht zuletzt hat sich die Farbe zu einem weltweiten Markenzeichen entwickelt, das die Stadt zu einem der beliebtesten Fotomotive des Landes
Die Stadt ist voller Touristen, vor allem Maos Enkel sind hier in Scharen vertreten. Aber schön ist die Stadt dennoch. Ich gebe hier meine letzten Dirham aus.....nicht für mich...
Gemeinsam lassen wir den Tag ausklingen, morgen geht es auf die Fähren. Einige fahren nach Sete um Kilometer auf der Strasse zu sparen, einige so wie ich nach Tarifa.
Ein Fazit zu den Themen
- Gruppenreise
- Marokko
- Rhön Camp Fahrzeuge
schreibe ich noch. Ich sitze heute, am Mittwoch irgendwo in Spanien an einem Stausee bei >30 Grad und mir fällt es schwer meine Gedanken zu sportieren. Kann aber auch den zwei Bier liegen die ich getrunken habe......jetzt trinke ich erst einmal Wasser.....
Tag 79, Sonntag.
Meine Fähre soll 12 Uhr fahren, mindestes 2 Stunden vorher soll ich am Fährhafen sein. Zuvor muss ich die Grenzkontrollen passieren und das Fährticket einlösen.
Ich fahre bereits gegen 6:30 Uhr ab. Sicher ist sicher......
An der Zufahrt zum Hafen bzw. im Hafen vor den Kontrollstationen stehen "Helfer" in offiziell aussehenden Warnwesten und versuchen mir ihre Dienste aufzuschwatzen. Ich habe keinen Bedarf. Das Einlösen des Fährtickes, die Kontrollen von Polizei und Zoll sind freundlich und flott bis.........
bis die Röntgenmaschine ausfällt. Jedes Fahrzeug wird geröntgt, vermutlich geht es darum illegale Personen in den Fahrzeugen aufzuspüren. Nach 45min ist das Röntgengerät wieder repariert, gut das ich "Reservezeit" hatte. Ein Hund hat auch noch in Tante Inge geschnüffelt, vermutlich nach Drogen. Gut das ich am Vorabend in Chefchauen mir keine Joints, die mir mehrfach angeboten wurden, gekauft habe. "Appetit" hätte ich gehabt ;).
Die Fähre fährt überraschenderweise pünktlich ab, in 1,5 Stunden sind wir wieder in Spanien.....
In Spanien fahren eignige vons uns und ich wieder nach Tarifa auf den Campingplatz auf den wir uns vor 4 Wochen getroffen haben und genießen am Abend in unserem Stammlokal einen Kardinal Mendoza......
Schade das die tolle Reise vorbei ist. Und das die Gruppe nicht mehr zusammen ist. Einige werde ich auf der Abenteuer Allrad Messe oder beim Rhön Camp Offroad Training in Bad Kissingen bald wiedertreffen. Ich freue mich schon darauf.
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